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Erster Band
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das bezweckte die Beschneidung und die Eintheilung der Speisen inreine und unreine. Abgesehen von dem gesundheitspolizeilichenZwecke bei diesen Versagungen, welche zugleich einen so großenAntheil an der sittlichen Erziehung haben, verhinderten die Speise-gesetze einen nähern Umgang mit den Fremden, an deren Mahl dieHebräer keinen Antheil nehmen konnten.

Wir beziehen hierauf auch die Unterlassung jeder Andeutungüber ein zukünftiges Leben. Wollte man hienach behaupten, dieHebräer hätten nichts von der Unsterblichkeit der Seele gewußt, sowürde eine triftige Widerlegung solcher Ansicht sich ergeben aus derGesammtheit ihrer Institutionen und ihren von der Zdee eines zweitenLebens getragenen Gesängen, aus dem Dasein der Sekte der Saduzäer,die für ketzerisch galt, weil sie die Unsterblichkeit läugnete. Manbedenke aber, die Hebräer kamen aus Egypten, wo die Todten eherGegenstände eines Kults, als einer ehrenden Erinnerung waren, undwo die gesellschaftliche Ungleichheit auf der Verschiedenheit des Ur-sprungs der Seelen gegründet war; sie waren Nachbarn der Phö-nizier, welche um den Adonis Trauer trugen. Es blieb demnachalles fern zu halten, was in dem Volke abergläubische Ideen solcherArt hätte erwecken können.

So war auch die Häufigkeit der Todesstrafe der Zeit ange-messen, und viele Anordnungen rechtfertigt der sittliche Zustand desVolks, auf welches die reiche Moral des Evangeliums noch nichtihren tiefgehenden Einfluß ausgeübt hatte. Auch wohl deßhalb,weil die damalige Menschheit noch nicht einer höher» Erziehungfähig war, oder der Gesetzgeber es nicht wagte, eine Einrichtunganzugreifen, auf welcher die ganze politische Oekonomie der Altenberuhte, behielt er die Sklaverei bei.

Die Sklaven.

Jedoch milderte er deren Joch; das gefangene Weib konntenach einem Jahre der Trauer um Gatte und Verwandte geehelichtund später nur als Freie entlassen werden; auf dem Verkauf derfreien Vrüder stand Todesstrafe; nur sechs Jahre blieb der HebräerSklave, das siebente verlieh ihm und seinem Weibe die Freiheit,und das Gesetz sorgte noch weiter für ihn: „Wenn dein Bruder,aus Armuth gezwungen, sich dir verkaufet, sollst du ihm den Dienstder Knechte nicht auflegen, sondern wie ein Miethling und Pächtersoll er bei dir arbeiten bis zum Jubeljahr, und dann frei ausgehenmit seinen Kindern und wieder kommen zu seinem Geschlechte und