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Salomon: er übergab ihn den Hütern, daß jeder für seine Fruchttausend Silberlinge brächte. Mein Weinberg ist vor mir."
„Und der Geliebte erwidert: „Ich beschwöre euch, ihr TöchterJerusalems, bei den Rehen und Hirschen der Fluren, wecket nicht,wecket nicht auf die Geliebte. Ihre Augen sind Taubenaugen. Stehauf, eile, meine Freundin, meine Taube, meine Schöne, und komm!denn der Winter ist vorüber, der Regen hat aufgehört: die Blumensind erschienen in unserm Lande, die Zeit des Beschneidens ist ge-kommen, die Stimme der Turteltaube hat man gehört. Der Fei-genbaum brachte seine Früchte, die blühenden Weinberge gebenihren Geruch.....
„Wie schön bist du, meine Freundin! wie schön bist du! DeineHaare sind wie Ziegenheerden, die vom Gebirge Galaad herauf-kommen. Deine Haare sind wie eine Heerde geschorener Schafe,die aus der Schwemme heraufsteigen; wie eine Purpurschnur sinddeine Lippen und deine Rede süß. Deine Brüste sind zwei jungeRehe, Zwillinge, die unter Lilien werden. Komm vom Libanon,meine Braut, komm vom Libanon, du wirst gekrönt! Ein verschlosse-ner Garten bist du, meine Schwester, meine Braut, eine versiegelteQuelle! Komm in meinen Garten, meine Schwester, um meineMyrrhe mit meinen Gewürzen zu pflücken, den Honigseim sammtmeinem Honig zu essen, meinen Wein mit meiner Milch zu trinken."
So bewegt sich die Dichtung weiter in Rede und Wiederrede.Keine Sprache besitzt eine zartere Idylle, deren Anschauungen undBilder treffender als die scharfsinnigste Abhandlung die Gewohn-heiten und Sitten des Volkes wiedergeben, unter dem sie gedichtetward. Auch die Geschichte der Ruth versetzt uns mitten in dieselben.
Ruth.
Zur Zeit der Nußärndte wanderte der Richter Elimelechvon Bethlehem nach dem Lande Moab mit seinem Weibe Noemiund seinen beiden Söhnen aus. Hier ließ er sich nieder und seineSöhne nahmen moabitische Weiber, deren eine Ruth hieß. Nachdem Tode der Männer kehrte Noemi nach Bethlehem zurückin Begleitung der Ruth, die sie nicht verlassen wollte. Siekamen gerade zur Gerstenerndte an, und Ruth sagte zu ihrerSchwiegermutter: „Befiehlst du, so geh ich aufs Feld, und lese dieAehren, die den Händen der Schnitter entkommen, wo ich immerGnade finde bei einem gütigen Hausvater." So kam sie auf dasdes Booz, eines wohlhaben Mannes und Verwandten Elimelech's.