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und ein Thor versteht es nicht"*). David, der größte Mensch,den irgend ein Volk je besessen, weiß, Laß der Mensch ein Sünderist von Mutterleibs an, und von der Geburt her irret" **), daß eraus sich selbst unfähig zum Gebete, wenn Gott ihm nicht gewährtjenes „Sattwerdcn der Seele, wie vom Fette und Feiste, Laß mitjubelnden Lippen lobet der Mund"; er setzt sein Vertrauen auf denHerrn und ermähnt den Ungläubigen, der «nicht klug werden will,um Gutes zu thun" ***); xr erläutert die Wunder des innernKultus, den später das Christenthum offenbarte und fleht den Herrnan: „Lehr' mich thun nach deinem Willen, denn mein Gott bistdu." Kein Volk des Alterthums hatte geahnt, daß die Tugend be-stehe im Gehorsam gegen Gott, eben weil er Gott sei. Darumnennt auch de Maistre mit Recht die Psalmen Vorläufer des Evan-geliums; denn aufs deutlichste offenbart sich in ihnen der Geist desLebens, welcher der Geist Gottes ist, lesen wir die Verheißungdessen, was uns später gewährt worden. Das Gebet ist der durch-gängige Charakter dieser Dichtungen, selbst wo sie erzählen oder lob-preisen; und hat der prophetische Sänger selber gesündigt, so ver-leiht ihm die Buße neue Schönheiten, er möge sich unter der Zucht-ruthe krümmen, oder inmitten seiner prächtigen Stadt «gleichen demPelikan in der Wüste" und „sich abmühen in seinem Seufzen undinit Thränen sein Lager benetzen" ff). Zuweilen senkt er den Blickin die Zukunft und erschaut die Welt vereint unter einem EinzigenGesetze, in Einem einzigen Gebete, da „sich erinnern werden undzu dem Herrn zurückkehren alle Enden der Erde, und anbeten vorseinem Angesicht alle Geschlechter der Heiden" jff).
Alles Menschenwerk trägt den Stempel der Unvollkommenheit;und kein noch so großer Philosoph lebte, über dessen Grab die Nach-welt nicht von seinen Irrthümern, seiner Unwissenheit und seinenWidersprüchen geredet hätte. Nur allein die Bibel ist hieven aus-genommen. Und doch beschäftigt sie sich mit den höchsten und wich-tigsten Fragen, mit allen Schwierigkeiten der Wissenschaft, allenGeheimnissen des geistigen und körperlichen Menschen, der Zeit undEwigkeit. Sie bildet Ein großes Ganze, entwickelt im Großen den
Ps. XVI.
Ps. I,. u. L-VII."") Ps. XXXV.
-s) Ps. VI. l'I,
N) Pst XXI.