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Verfolgungen und Kämpfe folgten sich auf einander, bis endlich dieBuddhisten unterlagen.
Aus diesen Hadern und Zwistigkeiten entwickelte sich die poli-tische Verfassung Indiens. Viele Staaten behielten eine gewisseSelbstständigkcit; jedes Fürstenthum, fast jeder Bezirk und jede Stadtbildeten eigene Staatskörper. Vaterlandsliebe, Gemeinsinn warenunbekannte Gefühle: man kannte nur den Willen eines Königs oderden Segen eines Priesters. Die erblichen Fürsten, Najahs, gingennicht aus der Priesterkaste hervor, wurden aber von derselben so sehrgeleitet, daß ihnen selbst ihre täglichen Beschäftigungen vorgeschriebenwaren; ihren Aufenthalt mußten sie in einer einsam gelegenen Bestenehmen; sie mußten ein Weib aus der nämlichen Kaste ehelichen;ihre erste Tagesbeschäftigung war, den Brahminen, Hütern derVedas, einen Besuch abzustatten; alsdann mußten sie mit einem der-selben den Opfern und dem Gebet obliegen, und nun erst kamen dieStaatsangelegenheiten und die Berathungen mit den Räthen. DesMittags, so schreibt es das Ritual vor, nehmen sie eine Mahlzeitvon erlaubten und erst von den Dienern gekosteten Gerichten; Ge-genmittel und Amulette behüten sie vor Vergiftung. Hierauf folgtBesuch im Harem, sodann das Militärwesen, Besichtigung der Krie-ger, Elephanten, Pferde. Mit Sonnenuntergang, nach erfüllten re-ligiösen Pflichten, empfangen sie die fremden Gesandten und verfügensich sodann wieder ins Harem, wo immer muntere Musik und eineeinfache Mahlzeit sie erheitert. Unter Tages dürfen sie niemalsschlafen und zu ihrer Sicherheit müssen sie häufig das Schkafgemachwechseln: die Beischläferin aber, welche den König während einesRausches tödtet, bleibt nicht nur unbestraft, sondern kann auch nochauf die Hand seines Nachfolgers Anspruch machen. Jeder Rajahmuß gute Räthe und einen Drahmincn zum Vertrauten haben. Insolcher Weise war in diesen Ländern für die Erhaltung der Theo-kratie gesorgt, während sie anderswo vom Despotismus bewältigtward.
Am Hofe des frommen Königs Dasarata „waren die Höf-linge reich, von seltenen Eigenschaften, klug, treu ergeben dem Herrn.Zwei von ihm gewählte Priester leiteten die Angelegenheiten, derberühmte Vasista und Kamadeva, mit sechs andern tugendhaftenRäthen; mit diesen heiligen Weisen vereinigten sich die dem Königbeigegebenen priesterlichen Aeltesten, bescheiden, unterwürfig, auf demGesetze fußend, ihre eigenen Wünsche beherrschend. Unter solchemBeistände regierte Dasarata das Reich, mit seinen Blicken das