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sondern der Götter; das Gesetzbuch gibt unendliche Vorschriften fürdas ganze bürgerliche Leben. Die Dunkelheit, welche die Neligions-lehren umhüllt, gestattet kaum einigen schwachen Strahlen den Durch-gang, welche eher gemacht sind, die Gemüther zu verwirren, alsdenselben sichere Leiter zu seyn; sie lullt die höhern Kasten in baldbezaubernde, bald beängstigende Träume ein, überantwortet die nie-dern Kasten den grausamsten Leiden oder roher Wollust, und verdammtalle zur weiblichsten Kraftlosigkeit.
Darum herrscht Unbeweglichkeit in ihren Künsten wie in ihrenSitten und finden wir sie jetzt wieder, wie sie sich den GefährtenAlexanders des Großen zeigten, denn es besteht, wie bereits be-merkt, die Politik der Engländer darin, sie in ihren drei Jahrtau-sende alten Gebräuchen nicht zu stören. Es ist noch nicht lange her,daß ein Brahmine von Calcutta, das Nahen des Todes fühlend,sich am Ufer des Ganges niederlegte, da, in Betrachtung versunken,ohne ein Zeichen des Lebens von sich zu geben, erwartete er, daßdie Fluth ihn in die heiligen Wellen fortspülen werde. Ein zufälligvorüberkommender Engländer sieht ihn, hält ihn für das Opferirgend eines Zufalles, nimmt ihn in seine Barke, ruft ihn mitgeistigen Wassern ins Bewußtseyn zurück und führt ihn wieder nachCalcutta. Daselbst erwartet aber der bürgerliche Tod denjenigen,welcher dem natürlichen sich entzog: die Brahminen erklären ihn inVerruf und Verdammniß, weil er mit Fremden trank. Vergebenswill der Engländer das ganze Verbrechen auf sich nehmen und be-haupten, der Arme sey ohne Bewußtseyn gewesen: diesen verwirftdas Gesetz. Noch mehr, die englischen Gerichte verurthcilen seinenRetter zur Erhaltung des von Allen Verlassenen, Geflohenen, Ver-achteten. Der Brahmine erträgt solche Schmach nicht, er beschließt,bald zu sterben, und der Engländer, einer solchen Bürde bereitsmüde, hält ihn keineswegs davon zurück.
Eine Nation übrigens, für welche die Chronologie, die Heilkunde,die Sternkunde, die Religion ebenso viele und durchdringliche Geheim-nisse sind, gewöhnt sich an den Glauben an ein unabwendbaresSchicksal und die geduldige Fügung in dessen Schickungen : sie unter-wirft sich stets dem Joch, sey es des Mongolen, der von den Gebirgenhernicdersteigt, sey es des Europäers, den die Wellen des Welt-meeres an ihre Küsten tragen; bald vielleicht trägt sie das JochRußland's, welches vom entgegengesetzten Pole bis hieher vordringt,um England zu begegnen.