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Erster Band
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Der einfache, unblutige Kultus des Einen Gottes wich übrigenseiner Inkarnation, vermittelst welcher Brahma den Willen Gottesoffenbarte in den vier Vedas, den heiligen, den vier Kasten entspre-chenden Büchern. Diese Religion erhielt sich etwa ein Jahrtausendlang unverändert, bis zum Erscheinen des Schiwa, der zweitenInkarnation, oder nach unserer Anschauungsweise, dem zweiten sieg-reichen Einfall von Völkern, und die neuen Ankömmlinge, welcheLeben und Tod verehrten unter dem Symbol des Lingam, desbefruchtenden Organ's, verdrängten die einfachen Feste des Brah-mismus durch sinnberauschende Orgien und blutige Opfer, durchwelche sie die Liebe und Zeugung, den Zorn und den Tod feierten

Der glühende Schiwismus ward gemildert durch eine dritteLehre, die des Wischnu, welche wenigstens den Lingam-Kultus, dasie ihn nicht gänzlich zu verdrängen vermochte, reinigte, und ausder Verschmelzung der aufgeführten drei Doctrinen entstand dieTrimurti des Brahma, Wischnu und Schiwa, eine Trinität,deren Elemente sich verbinden und gegenseitig modifiziren : drei Far-ben Eines Strahles, drei Neste Eines Stammes, drei Formen EinesPrinzips.

Er und sie — um Einiges über die brahminische Theogoniezu bemerken — die Liebe und die Macht -j-), sind verbunden durchein drittes Wesen, Swadha oder Wischnu, ein gleich ewigesWesen, den goldenen Bauch enthaltend, welcher das Ei des Weltalls

*) Solche grobfinnliche Orgien werden noch immer gegen Anfang desJahres zu Ehren des Holi gefeiert. Dr. Stevenson von Bombaybeweist in einem diesem Gegenstände gewidmeten Aufsähe des Lsiatioaoui-iinl 1839, daß diese und andere Kulte des Lingam antibrahmini-stisch find.

*") Diese Dreiform oder Dreigestalt ist wohl zu unterscheiden von der christ-lichen Dreieinigkeit, da sie Schiwa, den Gort der Zerstörung und desTodes, also einen Widerspruch umfaßt,ch) Im Manrra der Rig-Dedas lesen wir: „Damals bestand weder dasWesen noch das Richtwesen, nicht die Welt, nicht der Himmel, wederetwas oben, noch das Wasser unten, sondern etwas Dunkles undSchreckliches: noch nicht war der Tod, oder die Unsterblichkeit, oder dieUnterscheidung zwischen Tag und Nacht. Aber Er athmete, ohne zuschnaufen, allein mit Ihr, welche mit ihm war. Es herrschte nurFinsterniß; Alles war wirre. Aber diese mit einer Muschel bedeckteMasse wurde durch die Macht der Betrachtung erschaffen. Zuerst bildetesich der Wunsch in seinem Geiste und ward zum Nrkeime der Schöpfung.