382
erzählen, daß sie von den Wurzeln des Waldes leben, sich in Baum-rinde kleiden, die Haare ohne Pflege lassen, Reliquien und wunder-thätige Heilmittel verkaufen, oder wahrsagen, oder mit Schlangenspielen. Es gibt deren, die Tage lang auf der Erde ausgestrecktliegen und, ohne ihre Stellung zu verändern, die Regengüsse, dieSonnenstrahlen, die Stiche giftiger Insekten ertragen. Noch immerquälen sie sich mit Dingen ab, welche Strabo für fabelhaft hielt,noch immer bemühen sie sich, die Finger rückwärts und die Zehenvorwärts zu biegen, so daß sie auf der umgekehrten Fußsohle gehen.Einige dieser Fakire stehen Jahre lang da mit untergeschlagenen Bei-nen und ausgestreckten Armen, während dessen die fleischigen Theileaustrocknen und die Muskeln sich derart verhärten, daß sie wie Holzwerden. Andere nehmen als Getränk oder rauchen ein gewisses,Pusti genanntes, Kraut, welches die Eigenschaft hat, den Körper ab-zumagern und zu erschöpfen; jede Nahrung sich versagend und be-ständig mit diesem Gifte sich berauschend, unterliegen sie endlicheinem Tode, den sie für höchst verdienstlich halten in den AugenGottes.
Die Jndier schreiben den Aoghis die Fähigkeit zu, durch dieKörper zu sehen; wir wagen es nicht, diese Wundergabe in Abredezu stellen, bis eine genügende Erklärung der Erscheinungen des Mag-netismus aufgestellt worden Begnügen wir uns bis dahin, dieim menschlichen Organismus und in der Energie eines unbeug-samen Willens verborgenen erstaunlichen Kräfte zu bewundern,welche, auf einen einzigen Punkt gerichtet, den Menschen von derAußenwelt, zum Theil auch vom inner» Leben, zu isvliren und eineaußerordentliche, übermenschliche Vergeistigung und Potenz zu erzeu-gen vermögen. Wir beklagen dabei die Joghis, welche diese Kraftfür eine falsche und eitle Idee aufwenden, denn der höchste Punkt,zu welchem der Sankya Weisheit sich zu erheben vermag, ist ein
') Der Doghi und der Magnctisirte befinden sich in einem Zustande höch-ster Anschauung des Cerebrassystems, so daß sie sich zum bloßen Eral-tirten wie der Improvisator zum normalen, nüchternen Menschen ver-halten. Simon Styliia ist eine Ausnahme und die Kirche stelltihn nicht als nachahmungswürdiges Beispiel aus. In dieser Beziehungist höchst interessant die Schrift von Vochinger, Vio oontemplative,»soetignv et monastigue ollen le» Indiens et los peuplo» lleuddiste».
1831 .