Band 
Erster Band
JPEG-Download
 

396

uns in düstern Tagen beisteht, ist ein Freund. — Verbinde dichnicht mit dem Schlechten; die Feuerbrände verbrennen oder machenschwarz. — Fürchte die Ruhe des Bösen mehr, als den Zorn desRechtschaffenen. — Der Böse, welcher Wissen hat, ist eine Natter,deren Kopf mit Edelsteinen geschmückt ist. — Verwechsle nicht, ohnees reiflich bedacht zu haben, deine alte Wohnung mit einer neuen. —Geräthst du an einen Ort, wo man nicht Anstand nimmt, Unrechtzu thun, so fliehe schleunigst. — Der Weise ist niemals Parteiführer. —Vernachlässige Kleines nicht; viele Strohhalme halten einen Elephan-ten auf. — Ohne die Ehre ist das Leben nichts. — Das Lebenwird in einem Augenblick verloren, die Ehre währt ewig. — Wernicht nach einem guten Rufe trachtet, ist bereits während des Lebenstodt. — Der Weise redet niemals von seinem Alter, von seinenReichthümern, von seinen Verlusten, von den Fehler» seiner Familie.Der Rechtschaffene ist eine unter dem Grase verborgene oder in dieHaare eingeflochtene und Wohlgeruch aushauchende Blume. — Besserist schweigen als lügen, besser arm seyn, als sich durch Betrug be-reichern, besser einsam in den Wäldern leben, als in der Gesellschaftder Dummen. — Das Glück besteht darin, keine Beunruhigungenzu haben. — Die Religion ist das Wohlwollen gegen die Geschöpfe,die Leiter, auf welcher der Mensch zum Himmel hinansteigt. — Werseine Leidenschaften zügelt, erringt, selbst in diesem Leben, die Selig-keit. — Das Leben des Menschen auf der Erde gleicht einer imLaufe einer Nacht gemachten Reise. — Jugend, Schönheit, Leben,Reichthum — ein Strohhalm, den der Strom mit sich fortführt. —Der Strom fließt nicht zurück, des Menschen Tage sind dieserStrom. — Ertrage eher tausend Beleidigungen, als zu klagen;ist einmal der Prozeß begonnen, so vernachlässige nichts, um darausals Sieger hervorzugehen. — Die Wissenschaft lehrt Alles kennen,das Herz des Bösen ausgenommen. — Verwirf daö heilsame Ge-tränk nicht, wenn es dir auch widersteht, auch nicht den Freund, weiler seine Fehler hat. — Was du über dein Bedürfniß besitzst, gehörtAndern. — Warum Vergnügen und Sorge so viel beachten? daseine und andere folgen sich ohne Aufhören auf einander."

Die Philosophin Avyar, eine der Weiber Brahma's, d. i.die Betrachterin des göttlichen Wesens, wird unter die sieben WeisenMalabar's gezählt. Sie hat mehrere Bücher über Moral geschrieben,u. a. auch den Atisudi und Kalwiswuckam, Vorschriften derWeisheit in Versen, welche die jungen Mädchen in den Schulen