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Fürst erblickte, fragt er: Wer ist dieser? Die Diener antworteten,ein Greis. Er fragte hierauf weiter, was ein Greis sei, woraufsie das Elend eines Menschen schilderten, „dessen Sinne abgenütztsind, dessen Gestalt unkenntlich geworden, dessen Farbe elend, dessenAthem schwer, dessen Kraft geschwunden ist; er verdaut nicht, waser zu sich nimmt, seine Gelenke weichen aus ihren Fugen, wenn ersich setzt oder niederlegt, bedarf er fremder Hülfe, was er spricht,sind nur Klagen und Wiederholungen: das ist ein Greis." DerFürst, welcher über das einem zerbrochenen Wagen ähnliche Alternachdenkt, kehrt noch trauriger zurück, als er gegangen war, und „derschmerzliche Gedanke, dem er nachzuhängen hatte, daß ein Jeder sol-chem Unglück entgegengehe, untersagte ihm jede Freude."
Er entfernt sich hierauf auf's Neue und sein Vater hatte an-geordnet, daß nichts Häßliches oder Widriges ihm aufstoße, der Gottaber verwandelte sich in einen Kranken, der an der Straße lag:seine Augen sahen die Farben nicht und seine Ohren vernahmenkeine Töne, mit Händen und Füßen tastete er um sich her, er riefnach Vater und Mutter und schmerzlich umarmte er sein Weib undseine Kinder. Der Fürst fragte, was dies sei, und da er vernahm,es sei ein Kranker, fragte er weiter, was denn ein Kranker sei; sieerklärten ihm, der Mensch bestehe aus vier Grundstoffen, von denenjeder hundert und einer Krankheit, die sich einander ablösen, ausge-setzt sei. Sie beschrieben die verschiedenen Gebrechen, worauf derFürst über diese traurige Erscheinung nachdachte, über das Elendder Menschen seufzte und sprach: ich betrachte den Körper wieeinen Regentropfen: kann ich wohl jemals irgend eine Freude aufder Welt genießen?
Ein anderes Mal verwandelte sich der Gott in einen zum Be-gräbniß vor die Stadt hinausgetragenen Todten, und der Fürst hattedas schreckliche Bild der physischen Folgen des Sterbens vor Augen;seufzend kehrte er in seinen Pallast zurück, um zu bedenken, wiealles Lebendige dem Alter, der Krankheit und dem Tode unterworfensey, so daß er keine Speise mehr zu sich nehmen wollte.
Zuletzt verwandelte sich der Gott in einen Priester und offenbartedem Fürsten die wahre Lehre, nach welcher der Mensch sich erhebetüber das Elend des Lebens, den Begierden Einhalt thut und mitder Ruhe vereinigt die Einfalt des Herzens, ein Zustand, den nichtsbefleckt und trübt, dessen Würde durch nichts gebeugt wird, derunberührt bleibt von Betrübniß und Leid, und in dem man durchUnterdrückung der Sinnlichkeit das Heil erlangt.