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Erster Band
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nur noch Eine Mahlzeit übrig. Ein Pratieka Buddha*) wollteseine Mildthätigkeit prüfen, erschien auf der Terrasse, wo sich derKönig, umgeben von 5000 seiner Rathgeber, befand, und verlangteein Almosen. Ka na K av ar na beklagte sein großes Elend, ließ jedochohne Weiteres seine letzte Speise dem Bettler überliefern. Plötzlicherhob sich zum Erstaunen Aller der Buddha in die Lüfte, und sofort be-gannen Wunderzeichen zum Besten des Landes. Von den vier Him-melsgegenden erhoben sich vier Wolkenschleier; frische Winde zer-streuten die schwere, verdorbene Luft, starke Regenschauer schlugenden Staub nieder. Am selben Tage noch regnete es Speisen vonjeder Gattung." Die Sage führt dieselben alle auf und berichtetauch, wie am zweiten Tage ein Regen von Getreide, Butter, Oel,Baumwolle, Stoffen von Gold, Silber und Edelstein gefallen sei.Sakia Muni, welcher dies berichtet, führt sich selbst als Ge-währsmann dafür an, da er eben dieser Kana Kavarna gewe-sen sei, und schließt mit einer Hinweisuug auf die Ersprießlichkeitdes Almosengebens und auf die Gewißheit der Unvergänglichkeit guterWerke. In der That wäre auch in den Ländern, wo der Budd-haismus herrscht, ein Bettler eine seltene Erscheinung. Die Fröm-migkeit der Gläubigen erbaute in der Nähe der Klöster bequeme,oft sogar schöne Herbergen für die Fremden und Reisenden.

Die Wirksamkeit der Werke erstreckt sich auch auf die nachfolgendenGeschlechter; und in dieser Beziehung ist die von Burnouf nacher-zählte Legende vom erlösenden Sohn e herzergreifend. „EinSohn,welcher hundert Jahre lang seine Mutter auf seinen Schultern trügeund mit aller Anstrengung ihr alle Genüsse verschaffte, würde dochwirklich nichts für sie thun, die ihn mit ihrer eigenen Milch genährtund ihren eigenen Worten erzogen hat. Wenn aber ein Sohn, ein-geweiht in den wahren Glauben, selben seinen Eltern mittheilt, sohat er ihnen alles empfangene Gute wieder vergolten." Da dachteeiner der Zuhörer, den Gewissensbisse quälten: Ich habe meinerMutter keinerlei Dienst geleistet und sie ist todt, und leidet vielleichtin der andern Welt darum, daß sie das wahre Licht nicht besitzt;ach, könnte ich sie nur wieder in's Leben zurückrufen! Er flehete zuBuddha, welcher willfährig ihn in die verworfene Welt führte, wo

2) Ein individueller Buddha, welcher lediglich durch seine eigenen Kräfteznr höchsten Intelligenz eines Buddha gelangt, jedoch nur für sein ei-genes Heil wirken kann.