Band 
Erster Band
JPEG-Download
 

410

seine Mutter sich befand welche bald sich auf ihre Almosenbank nie-dersetzte und Belehrung verlangt. Und nachdem sie gesehen, daß ihrSohn es sei, rief sie aus: Der reine Weg des Himmels ist mir erschlos-sen. Ich bin keine Sünderin mehr. Ihr kommt, mich zu besuchen,ihr, für deren Auge der Weg hieher zu finden so schwer ist; undich erreiche das andere Gestade des Ozeans der Leiden." Der vommütterlichen Lob entzückte Sohn trennte sich nicht eher von ihr, bissie gänzlich die Wahrheit und das Leben des Glaubens empfangenHatte."

Indessen ist auch im Buddhaismus, wie im Brahminismus, eineFolge des Glaubens an die Seelenwanderung, daß die Theilnahmefür die Thiere größer ist als die für die Menschen. Der Pantheis-mus stellt übrigens als Gipfel aller Vollkommenheit die Vernichtungaller in der Anschauung Buddha's absorbirten Fähigkeiten. So schöneAnfänge führen daher als Resultat zu den bewundernswerthen undPeinlichen Ablösungen der Aoghis und Talapoinis; glücklicherweiseist es Wenigen gegeben, so weit zu gelangen, und muß die Mehrzahlsich damit begnügen, die untergeordnetem, d. h. die wahrsten, diemenschlichsten und wohlthätigsten Tugenden auszuüben.

Es wird gewöhnlich behauptet, daß Buddha dem Kastenwesenden Krieg erklärte, um die ursprüngliche Gleichheit der Menschenwieder herzustellen. So verhält es sich aber in der Wirklichkeit nicht,da er die priesterliche Kaste aufrecht erhielt, nicht als die höchsteund mächtigste, sondern als ein religiöses Institut, als die Bewah-ren» und Auslegerin eines religiösen, dem von ihm verkündeten gu-ten gegenüberstehenden Gesetzes. Darauf gerichtet, den Menschenvon der nothwendigen Auferlegung des Geborenwerdens und Ster-bens zu befreien, nahm er, wenigstens in seinen ersten Predigten,die Kasten als eine feststehende Thatsache, als eine Folge des frühe-ren Lebens' an. Indem er auf die Heranbildung der niederen Ka-sten bedacht war, wollte er bei ihnen den Mangel der Geburt wie-der ausgleichen und sie dem Gesetz der Seelenwanderung entziehen.Er eröffnete nachher allen den Weg des Heils und stellte unter sei-nen Schülern unter dem Namen Mönche oder Einsiedler, die er alsAszeten zu einer Körperschaft vereinigen wollte, völlige Gleichheit her.

In der That bestehen auch die Kasten unter den singalesischenBuddhaisten, den ersten, welche diese Religion annahmen, doch aberist das Priesterthum nicht mehr das Vorrecht einer Kaste, sondernzu der Körperschaft ehrloser Priester steuern alle Kasten bei. Dieniederen Kasten bleiben nach wie vor bei ihren durch die Geburt