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Lichkeit, um den neuen Gott zu wählen, der seinen Glauben von Landzu Land trägt und ihn oft mit seinem Blute besiegelt. Der erste Pa-triarch, Nachfolger des Sakia-Muni, war ein Brahmine, demein Xathrya, Vaiscia, Sudra nachfolgten, damit gleich im Beginnedie religiöse Gleichheit sich bekunde.
Die Buddhaisten weichen daher auch darin wesentlich von denBrahminen ab, daß sie glauben, einzelne Menschen könnten nach undnach bis zur Göttlichkeit hinansteigen, während die letzter» Gott un-ter den Gestalten von Menschen und Thieren erscheinen lassen. DieBrahminen erblicken in allem die unmittelbare Wirksamkeit Gottes;sie glauben an die Erschaffung der Materie und sehen das Wortder Wahrheit in den Vedas und Puranas, während die Buddhai-sten diese Bücher verwerfen, die Materie ewig und Gott in einer be-ständigen Ruhe sich befinden lassen.
Buddha wollte wohl das damals herrschende brahminische Pan-theon annehmen, wies aber dessen Göttern untergeordnete Stel-lungen an; in den Legenden spielen sie entweder gar keine Rolle,oder sie stehen gegen die Tugenden der Mönche zurück, wie diesauch in einer Religion der Fall sein mußte, welche die Ausübungder moralischen Tugenden höher stellt als den Kultus und an jenedie höchste Gewalt der Heiligkeit knüpft. Die Opfer und die An-betung des Feuers sind den Buddhaisten unbekannt, welche die Re-liquien ihrer Heiligen verehren, während die Brahminen alles vonden Todten Herrührende als unrein ansehen.
Die, Talapoini oder Raan genannten, buddhaistischen Priesterkönnen sich nicht verehlichen, ohne vorher des priesterlichen Charakters,der Weihe, wieder entkleidet zu sein. Sie leben gemeinschaftlich inmit den Tempeln verbundenen Klöstern und beschäftigen sich nicht mitden Kulthandlungen für die Verstorbenen, denen die Brahminen eineso hohe Wichtigkeit beilegen. Jede Priestergemeinde hat ein Ober-haupt, Zara genannt, alle ZaraS stehen unter einem Zarado, wel-chem, obgleich er wie die Andern lebt und sich von ihnen in nichtsunterscheidet, die höchsten Ehren erwiesen werden. Baarfuß gehter aus, um von Thüre zu Thüre zu betteln, aber die Straßen, welcheer betritt, sind mit Teppichen verziert, das Volk wirft sich zur Erde,um seinen Segen flehend, die Weiber fliehen, als unwürdig in ihrerUnvollkommenheit von den Blicken des Heiligen berührt zu werden.Der Verbrecher, welcher einen Raan berührt, ist frei. Lesen, Schrei-ben, die Jugend erziehen und hiedurch für sie, ihre Gäste und die