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ausüben; ich beschwöre euch darum bei meiner Reinheit, meinerLiebe, meiner Verehrung für die Götter. O ihr, Hüter der Welt,zeigt euch meinen Blicken und gestattet, daß Nalo mir erscheine!" —Nach der hindostanischen Mythologie bleibt niemals ein Gebet wir-kungslos; jeder Fluch ist wirksam; jede Beschwörung unwidersteh-lich. So zeigen sich nun auch die Götter der jungen Prinzessin inihrer wahren unsterblichen Gestalt, während Nalo in seiner ganzenmenschlichen Schwäche erscheint, ein Contrast, in dem ein tiefer phi-losophischer Gedanke leuchtet. „Die Götter erhoben sich, ihre Füßeberührten den Boden nicht. Unbeweglich wie mit unvergänglichenBlumen gekrönteKristallbildsäulen, befleckt niemals ein Schweißtropfenihre Stirn, wirft ihr Körper keinen Schatten. Dagegen befleckenNalo's Schönheit Staub und Schweiß, sein Körper wirft einenSchatten, seine Füße berühren zitternd den Boden, Entmuthigungliegt in seinen Augen. An diesen Zeichen erkennt ihn Damianti."Nun ergreift die schwarzäugige Jungfrau voll mädchenhafter Schaamden Rand von Nalo's Mantel und knüpft daran die Blumenguir-lande, welche sie in der Hand trägt. Die Herren der Welt schauenvoll Bewunderung diese Wahl, die sie mit einem Ausrufe begleiten.Die andern Götter und die Weisen preisen die Tugend der Jung-frau und die Versammlung löst sich auf. — Man feiert die Ver-mählung; Nalo und seine Gattin, vom Himmel gesegnet, erlangenzwei Söhne und geben der Welt das Beispiel der Tugend.
Unglücklicherweise jedoch strebten zwei Rassasis, Dv ap aro undKali, gleichfalls nach Damiantis Liebe; da sie nun zu spätkommen, schwört Kali, der Liebenden Bund zu brechen. Er begibtsich nach Nisa, wo die beiden Gatten glücklich leben, und flößt Naloeine heftige Leidenschaft für das Spiel ein. Vergebens sucht ihmdie junge Gattin Mäßigung einzuflößen; bereits hat er sogar seineKleidung verloren; nur allein sein treues Weib folgt ihm in's Elendund theilt ihr Gewand mit ihm. Aber Nalo, den Kali zum Bö-sen antreibt, vergißt so viele Liebe und verläßt sie, während sie ineinem Walde eingeschlafen ist. Man denke sich ihren Schmerz beimErwachen. Seiner Spur folgend, begegnet sie einer Karavane vonKaufleuten. Diese aber können ihr keine Hülfe gewähren, weilwilde Elephanten die zahmen in die Flucht treiben. „Im Waldeder Schrecken entdecken die Kaufleute einen See, dessen friedlicheUfer mit hohem und dichtem Grün geschmückt sind und dessen Wel-len die unzähligen Farben der Vögel und die bunte Pracht der Blu-men abspiegeln; rings umher ist die Luft durchwürzt mit der Lotos