Band 
Erster Band
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Wohlgeruch; die durchsichtige Klarheit dieses Wassers verspricht denGliedern Erfrischung und Stärkung. Reiter und Pferde ruhen anden Ufern dieses zauberischen See'S. Dunkel senkte sich die Nachthernieder; die ganze Welt schlief; tiefe Stille herrschte und die er-müdeten Kaufleute lagen tief gebettet in den Armen des Schlafs.Da sieh! erscheint eine Horde wilder Elephanten, die, in Schweißgebadet, im See Abkühlung suchen: sie erblicken die Karavane; ihrGeruch erkennt die gezähmten Elephanten. Wutentbrannt stürzensie herbei, ihre mörderischen Rüssel wild bewegend; sie stürmen na-her mit unwiderstehlicher Gewalt, dem Felsen gleich, der, vom Gipfeldes Berges sich ablösend, das Thal erfüllt mit donnerähnlichem Ge-töse. Ihre Schritte bezeichnen die Spur des Blutbads; sie brechen,zermalmen Bäume und Gebüsche; die Menschen werden von ihrenFüßen zertreten, von ihren Hauern zerrissen, zerschmettert von denRüsseln dieser Ungeheuer. Die Einen fliehen, die Andern stehengefesselt vor Angst und Schreck; die Kameele straucheln und fallen.Da rennen Einige wider einander in der schreckenvollen Verwirrung,dort bringen sich welche selbst tödtliche Wunden bei. Schreckensgc-schrei erhebt sich von diesem Orte des Blutbades; diese werfen sichauf den Boden, sene springen in den See, mehrere klettern auf dieBäume. „Zur Rettung, retten wir uns!" rufen mehre Stimmen. —„Ihr zertretet unter euren Füßen meine Edelgestcine", schrie ein Gei-ziger. — „Alles Gut ist daS Gut Anderer", sagte ein Anderer. „Hü-tet euch, eure Thaten sind gezählt, und ich wache über euch", riefeine tönende Stimme. — Die Karavane aber schreibt dieses Un-glück der Gegenwart Dam iantis zu. — „Dieses mit Lumpen be-deckte Weib, diese Wahnsinnige, dieser Dämon, diese im Dunkelnumherirrende Abentheuerin, sie ist es, die solch schreckliches Elend

> auf uns herabbeschworen. Laßt sie uns ermorden und hiednrch rä-

> chen für unsere getödeten Freunde und verlernen Schätze."

Damianti floh nach Jschedi, einer von Sowahu regiertenj prächtigen Stadt. „Aehnlich dem Monde, wenn er kaum aufgegan-! gen am Himmel erscheint, so zeigte sich die Fürstentochter bleich! und zitternd an den Pforten von Jschedi, ihr ungeordnetes Haar! bedeckt die abgemagerten Wangen, die halbnackten Schultern. Die! Kinder laufen ihr wie einer Tollen nach. Man führt sie vor die! Mutter des Königs. — Wahrlich, dieses Weib scheint mir eine vonj Wahnsinn getroffene Unglückliche zu sein, sagte die edle Königin. Ihre! Kleider sind beschmutzt, aber in ihrem stolzen Blick und in ihrer! edlen Haltung lese ich die Größe ihrer Seele und die Reinheit ihrer

^ Sän«», Weltgeschichte. I 2b