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im 56. Jahre Herr der Welt. Obgleich er sich sofort mit der prä-torianischen Leibwache umgeben und an die Armeen geschrieben hatte,um sich ihrer Treue zu versichern, damit es nicht scheine, als ver-danke er den Thron lediglich den Ränken eines Weibes und derSchwäche eines Greisen — berief er doch in seiner Eigenschaft alsTribun bescheiden den Senat. Als ihm nun die Regierung angebo-ten ward, wies er sie zurück als eine Last, der kaum der göttlicheGeist eines Augustus gewachsen gewesen; er kenne deren Gefahren-und Beschwerden und finde es nicht angemessen, als Einzelner unterso vielen ausgezeichneten Bürgern sie sich anzumaßen. Am Endenahm er die Regierung doch an, und Wehe nun denjenigen, welchediese Komödie für Ernst genommen hatten.
Nachdem er sich von den Senatoren versprechen lassen, ihm unterallen Umständen zur Seite zu stehen, fragte er sie beständig um Rath,duldete Widerspruch, belobte sogar die Widersprechenden und fordertesie auf, die Republik wieder herzustellen. Er überließ den Cvnsulndie rechte Seite, erhob sich, wenn sie im Senate oder Theater erschie-nen, wohnte den Gerichtsverhandlungen bei, namentlich wenn er hoffte,den Angeklagten zu retten, und wollte nicht, daß man ihn Herr oderVater des Vaterlandes, oder selbst ckivus (göttlich) nenne. Seineeinzige Pflicht, sagte er, sei, über die Erhaltung der Ordnung, derGerechtigkeitspflege, des Friedens zu wachen. Die Steuern der Städteverminderte er, und schrieb den Statthaltern der Provinzen, ein guterHirt scheere die Schafe, aber todte sie nicht. Als Wächter über dieSitten ließ er die zahllosen Tavernen schließen, brachte das Gesetz,welches die Vater berechtigte, ihre, selbst verheirathetcn Töchter wegenschlechten Betragens zu bestrafen, wieder in Kraft, verbot, einanderöffentlich mit Küssen zu begrüßen, untersagte den Senatoren die Be-theiligung an den Pantomimen und den Rittern den öffentlichen Ver-kehr mit Schauspielern. Um den verschwenderischen Gastereien zusteuern, ließ er auf seinen eigenen Tisch das vom vorigen TageÜbriggebliebene bringen, indem er bemerkte, das Ganze könne nichtschmackhafter sein, als ein Theil davon. Wider die gegen seine Per-son gerichtete Satyre that er nichts anders, als daß er sagte, ineinem freien Staate müßten auch Gedanke und Wort frei sein, undim Senate, wo man eine Verfolgung der Verleumder einleiten wollte,erklärte er: Es bleibt uns für solche Dinge keine Zeit übrig. Habtihr einmal die Angeber angehört, so müßt ihr euch beständig mitihren Anklagen beschäftigen, und unter dem Vorgeben, mich zu ver?