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drohten, gelang es Germaniens, durch Milde im Verein mit Fe-stigkeit die Empörer zu beruhigen und ihre Kampflust gegen denFeind zu kehren. Mit Benutzung einer Nacht, welche die Germanender Begehung einer religiösen Feier widmeten, schlug er sie vernich-tend und sühnte in ihrem Blute die Schmach des Varus. Beidiesen und den schon früher ") erwähnten Unternehmungen stand ihmhülfreich seine muthige Gattin Agrippina zur Seite. Tiberiusaber faßte Argwohn gegen den jungen Helden, und obgleich Ger-maniens alles Mögliche that, um das ihn bedrohende Unwetterabzulenken, alles nur im Namen des Kaisers unternahm und ihmalle seine Erfolge zuschrieb, gebot ihm doch Tiberius, befürchtend,er möchte die Liebe des Volks und Heeres benutzen, um sich der höch-sten Gewalt zu bemächtigen, mitten in seiner Siegeslaufbahn Still-stand. Er rief ihn nach Rom zurück, wo er ihm zum elenden Lohn längstabkömmlich gewordene Ehren, nämlich einen Triumph über die Völkeram Rhein und ander Elbe bewilligte; Hermann's Gattin folgteseinem Wagen, auf welchem der Triumphator seine Kinder Nero,Drusus, Casus, Agrippina und Drusilla zur Seite hatte.Tiberius sandte ihn hierauf nach Oberasien, um daselbst einen Auf-stand zu beschwichtigen, und bekleidete ihn mit einer Allgewalt, wiesolche einst Pompejus besessen, schickte jedoch zugleich den eitlenund heftigen Cnejus Piso nach Syrien. Dieser Senator und seinWeib Plaucina setzten es sich zur Aufgabe, wohl geheimen Befeh-len gemäß, in allem Germaniens entgegen zu handeln, wobei sieweder Gold noch Verläumdung sparten, und bald starb der nochjunge Feldherr aus Verdruß oder wahrscheinlicher an Gift. Pisoward angeklagt und todt gefunden.
Allgemein ward der Edle beklagt; mehrere germanische Völker-schaften sogar unterbrachen die Feindseligkeiten, um ihm die letzte Ehrezu erweisen, und ihre Fürsten legten die Zeichen der Trauer an; derKönig der Parther unterbrach für einige Zeit seine Jagden; die Nn-tiochier warfen Steine wider den Himmel und die Tempel, um dirGötter dieses Todes wegen zu bestrafen, und in Rom selbst legtendie gewichtigsten Kundgebungen von dem allgemeinen Schmerz Zeug-niß ab. An dem Tage, sagt Tacitus, wo seine Asche in August'SBegräbnißstätte niedergelegt ward, schien Rom bald eine Höhle we-gen des düstern Schweigens, bald eine Hölle wegen des Jammer-
") Man vergl. in Bd. III, Bch. V. das Kap. von den Kriegen August'S-