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Sänfte abholen. Die Väter selbst ließ er in der folgenden Nacht er-morden. Einen gewissen Pastor ließ er aus keinem andern Grunde,als weil er ein schöner junger Mann war, einkerkern; als nun seinVater, ein römischer Ritter, zu dem Kaiser um Gnade flehend kam,befahl dieser die sofortige Hinrichtung des Gefangenen, so wie daßsein Vater ihm beim Mahle Gesellschaft leiste, jedoch wohl sich hüte,nur im Entferntesten Betrübniß zu verrathen, wenn er nicht auchseinen zweiten Sohn vom gleichen Loos betroffen sehen wolle.'
Er wollte, daß die von ihm zum Tode Bestimmten derart hin-gerichtet würden, daß sie auch dabei zu leiden hätten. Während erbei Tische lag, pflegte er irgend einen Unglücklichen, im Nothfall denersten Besten, martern zu lassen.
Bisweilen ließ er vom Blutvergießen ab, um sich mit der Lite-ratur zu beschäftigen und eröffnete zu Lyon vor August's AltarWettkämpfe im Lateinischen und Griechischen, wobei der Besiegte denPreis zu entrichten und des Siegers Lob zu schreiben hatte. Wermit einem schlechten Werke erschien, mußte es mit dem Schwämmeoder der Zunge auslösche», oder ward in die Rhone getaucht. D o-mitius Äser errichtete ihm eine Statue mit der Inschrift: DemCasus Cäsar, zum Zweitenmale Consul im 29. Lebensjahre.Caligula behauptete, er wolle ihm hiedurch vorwerfen, noch nichtdas gesetzliche Alter zu haben und verklagte ihn vor dem Senat ineiner sorgfältig ausgearbeiteten Rede. Der schlaue Domitius aberthat, als sei er weniger durch die ihm drohende Gefahr als die Be-redsamkeit des Kaisers betroffen, und statt sich zu rechtfertigen, suchteer die schönsten Stellen in dessen Rede hervorzuheben, indem er sichzugleich unfähig bekannte, auf so viel Beredsamkeit zu antworten —ein unfehlbares Mittel, Verzeihung zu erhalten. Ueberhaupt warCaligula von der Sucht besessen, in allen Beziehungen zu glänzen.Livius, Virgiliuö, Homer erregen seine Eifersucht; er verklei-nert und ächtet sie. Auch die Zeichen des Adels sind in seinen Augenetwas Aechtungswürdiges und jeder ist mit dem Tode bedroht, derin seinem Aeußern, im Namen u. dgl. eine Erinnerung an den vonseinen Vorfahren erworbenen Ruhm zur Schau trägt. Er ist zu-gleich Gladiator, Sänger, Wagenführer; begleitet im Theater dieGesänge der Schauspieler und gibt ihnen die Gesten an. Er läßtmitten in der Nacht drei Senatoren schleunigst herbeiholen, die dennauch zitternd erscheinen: er besteigt eine Bühne, macht zwei Luft-sprünge und entläßt sie wieder, nachdem sie ihm gebührend Beifallgespendet. Er will aber auch Eroberer sein. Er verfügt sich daher
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