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seiner Tochter läßt er sich Geschenke machen, und nimmt sie persön-lich in Empfang, wie auch Neujahrgeschenke, die er verlangt, undnach ihrer Größe die Gesinnung des Gebers ermißt. Er schämt sichsogar nicht, ein Bordell auf seine Rechnung führen zu lassen. Ueber-dem läßt er sich in den Testamenten der reichsten Bürger bedenkenund schickt ihnen, wenn sie ihm zu lange leben, irgend eine Leckereiaus seiner Küche. Zuweilen hielt er selbst öffentliche Versteigerun-gen ab, und in derselben Weise disponirte er über Ländereien, derenWerth in Folge der zahlreichen Beschlagnahmen sehr gesunken war.Er bestimmte selbst den Preis wie den Käufer, so daß Manche durchdiese gezwungenen Erwerbungen an den Bettelstab kamen, und Andereihrem Ruin nur durch Selbstmord aus dem Wege gehen konnten.Als er einst unglücklich Schach spielte, ließ er sich den Census dergallischen Provinzen bringen und befahl die Tödtung einiger derreichsten Eigenthümer, worauf er, gegen seine Spielgefährten gewandt,bemerkte: Ihr gewinnt mir nur allmälig ab, und ich habe nun mitEinem Male 150 Millionen gewonnen.
Und während alles vor den Launen dieses Narren sich beugte,wagte nur Eine Nation, ihm zu widerstehen. In Alerandria lebteeine große Anzahl von.Hebräern in einem keineswegs guten Ein-verständniß mit den übrigen Einwohnern, die den Befehl, den römi-schen Kaiser anzubeten, zum Vorwand nahmen, um die Synagogenzu entweihen, und Statuen in denselben aufzustellen. Die Hebräerhatten zwar die Römer stets duldsam gefunden, so daß sogar dieLegionen, wenn sie in Jerusalem einzogen, von ihren Standartendas Bild des Kaisers entfernten, aus Rücksicht auf ein Volk, dasvor Idolen Abscheu hatte: nun aber begünstigte der römische Statt-halter in Alerandria die Verfolgungen, Bedrückungen und Ermor-dungen der Juden und diese beschlossen daher, ihre besten Redner anCasus abzusenden.
Auch der Tempel zu Jerusalem sollte durch Aufstellung einesBildnisses von Cajus entweiht werden, und die Hebräer, in häre-nen Gewändern, das Haupt mit Asche bestreut, nahmen zum Gebetihre Zuflucht, um eine solche Entweihung von ihrem Tempel abzu-wenden. Wollt ihr dem Kaiser widerstehen, sprachen die Klugen,seht ihr nicht, wie schwach ihr seid, und wie mächtig er ist? — Wirwollen nicht kämpfen, antworteten sie, aber wir werden lieber sterben,als unser Gesetz brechen, und sie warfen sich zur Erde nieder *).
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