Band 
Vierter Band.
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Doch nein: die Soldaten, welche ihren Antheil von Caligula' sPlünderungen gezogen, die germanischen Miethlinge, insonderheit dieProstituirten beider Geschlechter, die mit ihm geschwelgt, die Mengederjenigen, welche, nichts besitzend, auch nichts zu fürchten hatten,die Sklaven, denen es gestattet war, ihre Herren anzugeben, und ih-ren Nachlaß zu plündern, alle diese beklagten den Tod von Casus.Um ihn zu rächen, schlugen sie vielen Personen die Köpfe ab undtrugen sie im Triumphe umher, indem sie behaupteten, die Nachrichtvon seinem Tode sei falsch. Als sie indeß nicht mehr daran zweifelnkönnen, als daher für sie nichts mehr zu hoffen ist, fangen sie an,ein Freiheitsgeschrei zu erheben. Md der Senat, welcher, den NamenCaligula's verwünschend, nachdem ^er 60 Jahre lang ein fürchter-liches Joch getragen, die Nepublik wieder herzustellen gedenkt, erkiestgleichfalls die Freiheit zum Feldgeschrei. Aber die Prätorianer, welchevon der Freiheit keine Liebkosungen und Geschenke zu erwerben hat-ten, bedurften eines Kaisers, der seinerseits wieder ihrer Arme zumSchutze gegen die Opfer der Tyrannei bedurfte. Bis sie aber einenKaiser gefunden haben, unterhalten sie sich damit, im Palaste zuplündern; dabei entdecken sie ein Paar Füße, die unter dem Vor-hänge eines Ortes hervorragen; sie finden einen dicken Mann vonreiferen Jahren, der um Erbarmen flehend sich ihnen zu Füßen wirft.

Claudius.

Es war Tiberus Claudius, Bruder von Germaniens,Oheim und Spielzeug Caligula's, etwa 50 Jahre alt, halbschwachsinnig, einigermaaßen wissenschaftlich gebildet und ein großerFreund der Ruhe. Die Prätorianer rufen ihn sofort zum Kaiser aus,und da er vor Schrecken nicht gehen kann, tragen sie ihn auf denSchultern in ihr Lager, während das Volk ruft: tödtet ihn nicht!Laßt die Consuln sein Urtheil sprechen!

Agrippa. König der Juden, von Tiberius zum Tode ver-urteilt und hierauf von Caligula, der ihn in seiner Nähe behielt,mit großer Gunst behandelt, begrub im Geheimen seinen Wohlthäterund verfügte sich hierauf zu Claudius, dem er zuredete, die Re-gierung anzunehmen. Dem Senate setzte dieser, wie alle Männerseiner Nation, für sehr klug geltende König auseinander, wie geringeMittel er zum Widerstände besitze und veranlaßte ihn dazu, es zuversuchen, Claudius zu überreden, der ihm von den Prätorianernverliehenen Herrschaft zu entsagen oder wenigstens sie vorn Senateanzunehmen. Er selbst schließt sich den Deputirten des Senats an,