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Eine Besatzung blieb auf der blutig gewonnenen Insel zurück. Aberwährend dieser Eroberung drohte ein weit um sich greifender Auf-stand, veranlaßt durch die Tyrannei der römischen Besatzungen undKolonien, den Verlust ganz Britanniens. „Boadicea, die Königinder Jzener, welche nebst ihren Töchtern auf das Grausamste gemiß-handelt war, hauchte diesem Aufstande den Geist der Rache ein.Ihre Heere wälzten sich von einem römischen Pflanzorte zum an-dern; selbst London, ein schon berühmter Marktplatz, ward einge-geäschert, und die Römer wurden allenthalben niedergehauen. DieZahl von ihnen und ihren Bundesgenossen, die an den verschiedenenOertern umkamen, ward auf 70,000 gerechnet. Das Schicksal Bri-tanniens hing nun von einer einzigen Schlacht ab, welche ein paar-malhunderttausend kriegerische Barbaren wider 10,000 Römer fechtensollten.— Auf einem Wagen stand Boadicea, ihre Töchter warenvor ihr; sie durch Streiche der Römer gemißhandelt, diese von den-selben Tyrannen geschändet: durch die Schande dieser königlichenFrauen erschien um so trauriger die Sklaverei der Völker. Zu je-dem einzelnen Stamme redete die Königin besonders von den Göt-tern der Rache, die gegenwärtig wären. Ihr Entschluß sei, zu siegenoder zu sterben: dies habe ein Weib beschlossen; Männer möchtenleben und Sklaven sein. — Suetonius hatte Stellung, daß er nurvon vorn angegriffen werden konnte. Sie unterstützte die römischeKriegskunst; Leichenhaufen der Briten bedeckten das Schlachtfeld (78),Boadicea nahm Gift und starb; ihre verlassenen Schwärme irrtenheulend in den Wäldern umher. Selbst die Legionen des alten rö-mischen Freistaats würden sich über einen solchen Sieg gefreut haben.Die Kraft der Briten war durch ihn auf immer gebrochen, und einFeldherr, wie Agricola, war ganz geschaffen, um den Provinziel-len durch die Vortheile der Kultur einigen Ersatz für die verloreneFreiheit zu geben" ^). Dieser treffliche Statthalter forderte strengeEinhaltung der Gerechtigkeit nicht minder von seinen Römern alsvon ihnen, milderte die Auflagen durch eine weisere Vertheilung,munterte die Briten zur Erbauung von bequemern Häusern, Tem-peln und öffentlichen Hallen auf, sorgte für den Unterricht der edlerenJugend, und bald war dasjenige unter den Briten heimisch, wasdie Unerfahrenen „Humanität nannten, was aber ein Theil derSklaven war" **).
*) K. L. Woltmann, Gesch. Großbritanniens, Bd. I. K. 2.
'*) Vsoit. t9. 21.