Band 
Vierter Band.
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jedoch nicht viele Jahre, so fiel Rhadamistos, der Sohn seinesBruders, des Königs von Jberien, in seine Staaten ein, machte ihnzum Gefangenen und ließ ihn umbringen (51). Nachdem jedochRhadamistos von den hartbedrückten Armeniern vertrieben worden,erhob sich Tiridates, Bruder des parthischen Königs Vologesus,unter römischem Schutz zum Herrscher von Armenien (52). Volo-gesus aber, in dem Schutz der Römer eine Schmach erblickend, fielin Armenien ein. Allein die römische Armee unter dem tüchtigenund erfahrenen Domitius Corbulo vertrieb ihn, und Nero er-nannte den Enkel Herodes des Großen, Tigranes lV, zumKönig des ganzen Armenien. Er verlor das Leben bei einem neuenEinfall des Partherkönigs, der den Cesennius Pätus, welcherCorbulo zum Mitfeldherrn geschickt worden, besiegte, sich aber nurso lange siegreich behauptete, bis Corbulo wieder die allgemeineFührung des römischen Heeres übernahm, worauf er die Parthergänzlich aus Armenien vertrieb und den Tiridates, welcher vonden alten Priesterkönigen Kappadvkiens abstammte, wieder auf denThron setzte, ihn jedoch nach Rom schickte, um die Krone aus denHänden Nero's zu empfangen (66), bei welchem Schauspiele diesereine ungeheure Pracht entwickelte. Er ersetzte dem Tiridates dieKosten der Reise, gab täglich 800,000 Sestertien für ihn aus undversah ihn mit Baumeistern und Arbeitern zur Wiedererbauung sei-ner Hauptstadt Artarates.

Piso's Verschwörung.

Wenn auch diese Siege, an denen Nero völlig theilnahmlosblieb, für einen Augenblick das Volk blenden konnten, so verringertensie doch keineswegs den Haß, welchen der Tyrann einflößte. Pisozettelte eine Verschwörung an, um ihn im goldenen Palaste zu ermor-den, allein sie ward entdeckt, und die ersten Verhafteten verriethen dieübrigen Vecschwornen. Nun gab es ein Blutbad (61). Die Ger-manen, die der Kaiser zur Bewachung seiner Person hielt, zogen aufdem Lande zur Aufsuchung der Angeklagten oder derjenigen, die sichden Haß von Tigellin und Poppäa zugezogen hatten, umher.Unter den ersteren war der Dichter Lucanus aus Corduba, der,Anfangs Nero's Freund, sich den Haß desselben zuzog, als er einstbei der Vorlesung seiner Verse einschlief; er ließ sich die Adern öff-nen und starb, eine Stelle aus seiner historischen Dichtung „Phar-salia" im Munde. Dessen Oheim, Seneca, starb eines gleichenTodes; aller Macht beraubt durch die Ränke der neuen Günstlinge,