Band 
Vierter Band.
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mit einem gewissen Sporos. Diesen führte er als Kaiserin geklei-det und mit dem Brautschleier geschmückt in einer Sänfte umher.Zum Lohne für den Beifall, den es ihm gespendet, und die gränzen-lose Erniedrigung, die es gegen ihn zur Schau getragen, schenkte erGriechenland die Freiheit; ein bedeutungsloses Geschenk für die Grie-chen jener Zeit, und von einem solchen Herrscher gemacht.

Des Blutvergießens war darum nicht weniger. Nero hatteviele ausgezeichnete Personen, die ihm verdächtig waren, mit sich ge-führt, und ließ sie unterwegs umbringen. Corbulo, der tapfersteseiner Feldherrn, von musterhafter Uneigennützigkeit und Bescheiden-heit, dem Tyrannen so treu ergeben, daß Tiridates zum Besitzeines so guten Sklaven ihm Glück wünschte, auch Corbulo erhieltden Befehl, sich zu todten, und er durchstieß sich mit seinem Schwerte,indem er ausrief: Ich habe es verdient! Nero ließ viele Personenmorden oder verurtheilen, aus keinem andern Grunde, als weil ihreLehren oder ihr Beispiel der Tyrannei abhold zu sein schienen. In-dessen bewogen ihn doch die dumpfen Gerüchte, welche aus dem ent-rüsteten Italien herüberkamen, sich in aller Eile nach Rom zurückzu begeben; als seine Schätze von der See verschlungen wurden, riefer aus: das Gift wird mir deren bald andere verschafft haben. Erzog auf August's Triumphwagen ein, 1800 in den Theatern ge-wonnene goldene Kronen mit sich führend, und der Senat dekretirteihm eine solche Menge von Festen, daß ein ganzes Jahr nicht hin-gereicht hätte, sie alle zu feiern. Ein Senator wagte es daher, denVorschlag zu machen, dem Volke hin und wieder einige Tage fürseine Beschäftigungen zu gestatten.

Eine so maßlose Gewaltherrschaft konnte nur durch Militärmachtaufrecht erhalten, nur dllrch diese gestürzt werden. C. JuliusBind ex, Abkömmling der alten Könige von Aquitanien und zurZeit Proprätor im keltischen Gallien, erhob gegen Nero die Fahneder Empörung (68). Die von den Eractoren ausgesogenen gallischenStämme folgten seinem Aufrufe und 100,000 Mann vereinigten sichmit ihm, um das Reich dem Statthalter von Spanien, SulpiciusGalba, einem Verwandten der Kaiserin Livia, anzubieten, einemwegen seines Reichthums, seiner Klugheit und Erfolge als Feldherrangesehenen Manne. Als Vertreter des Senats und römischen Volksübernahm er es, den Tyrannen zu stürzen und umgab sich mit einemRath ehrenhafter Männer.

Nero, der zu Neapel von diesem Aufstand Kunde erhält, läßtdeshalb die gymnastischen Spiele, die ihn gerade beschäftigen, nicht