Band 
Fünfter Band.
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die Unterdrücker bewundern/ sich weniger um den Krieg/ der oftlediglich das Oberhaupt eines Heeres angeht/ als um den Frie-den/ an dem ein ganzes Volk betheiligt ist/ kümmern/ den Einflußder Erinnerungen auf die Wiederbelebung der Institutionen an-erkenne«/ glauben/ daß seine Wurzel in den verflossenen Jahrhun-derten hat/ was am meisten zu den ftüten Fortschritten des Gei-stes beiträgt.

Eine neue Literatur/ aus den Banden der Schule und denakademischen Fesseln sich befreiend/ glaubte/ daß das Schöne sichauch ausserhalb der einmal gesetzten Typen befinden könne unddaß man hierin wie in allem übrigen die Freiheit in der Ord-nung wünschen müsse. Sie legte daher den pedantischen Ernstbei Seite/ um sich der Wirklichkeit/ dem Leben/ dem Gefühl znnähern; sie betrachtete die Vergangenheit *) unter neuen Gesichts-punkten und mehr in Verbindung mit der Gegenwart und suchtein jener nicht allein das Schöne/ sondern auch das Wahre undGute; sie stellte sich auf Seiten des Volks und fragte nach seinenBedürfnissen/ Bekümmernisse«/ Wünschen; sie bemerkte endlich/wenn auch die Poesie des Alterthums mehr Vollendung/ Abrun-dung habe/ gleich dem Kieselsteine/ den die lange über ihn hin-gleitenden Stromwellen abschleifen/ dagegen die Dichtung desMittelalterS/ wenn auch rauher/ ursprünglicher und vor allemmehr entsprechend sei unsern heutigen Ansichten/ der Entwicklungunserer geselligen Zustände/ der gegenwärtigen Lage unserer Kultur.

Die Künste unterstützten diese Richtung; und während sonstAttila/ DügueScliN/ Frcdelgunde sich in Tracht und Hal-tung der Scipione und Messalinen zeigen mußten/ tadeltman jetzt den Maler/ der das „Costüm" nicht beobachtet/ der ausVorliebe für das Theatralische gegen die Geschichte sündigt unddie Kraft der Eleganz aufopfert/ wie man auch mehr als desPlagiats den Architekten beschuldigen würde/ welcher an unsernTempeln und Schauspielhäusern nur griechische und römischeFormen anbringen wollte **).

*) Nach den St. Simonisten ist der Romantismus „der Ausdruck einerneuen Anschauungsweise der Vergangenheit und eines tiefern Erkennenöder Gegenwart in Ansehung dieser Vergangenheit".

*') Betreffs der Künste im Mitielalter ist die vollständigste Sammlung3. 8 . r>. 0. 8 er» NX ä'/rx i ne» not , Ilistoire <Ie I'art pur >08 Mo-numents, äepuis In «levaelenee au guatiieme stöols, MSgu'ä son rönon-vellsment an seinieme, 4 vol. kaum, 1833. Zu bedauern ist die starke Ver-