Band 
Fünfter Band.
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lehrten ohne Einsicht und Gefühl für die großen gesellschaftlichenUmgestaltungen entgangen waren. In der That ahnten die Mei-sten nicht / indem sie als Legisten oder Annalisten die Urkunden/Verträge/ gerichtlichen Formularien u. dgl. prüften/ was in denLeichnamen/ die sie zerlegte»/ Ansprechendes für die Phantasieenthalte» sei. Nun begnügte man sich nicht damit/ bereits Gesag-tes nochmals zu wiederholen oder dergleichen in derselben Weisewie früher zu betrachten; man unternahm Nachforschungen überden Ursprung der barbarischen Völker / über die Art ihrer Ein-fälle in das römische Gebiet/ über die Lage/ in welche die Be-siegten gebracht wurden; man wollte wisse»/ ob und bis zu wel-chem Grade die Sieger sich mit den unterworfenen Völkern ver-mischt hatten und wie aus dieser verschiedenartig gestalteten Mi-schung eine neue Gesellschaft hervorgegangen sei; man wollte auchwisse«/ wie viel hiezu Karl der Große/ wie viel die friedlichenoder die blutigen Missionen beitrugen/ bis zu welchem Punkte dasLehenwesen und die Kreuzzüge die Fortschritte begünstigten undienen Aufschwung des StädtelebenS/ dem Italien seine Größe/Europa seine Freiheit verdankt/ veranlaßten. Daraus ersah manklar die wahrhafte Bedeutung des Kampfes zwischen den Päpste»und den Kaisern* *)/ zwischen den Rechtsgelehrten und dem Fm-daladel; das kanonische Recht kam wieder zu Achtung und An-sehen; man konnte die lange Reaktion der freien germanischenVölker gegen die Römer als Herren der Welt verfolgen bis zurWiedereinsetzung des bürgerlichen Rechtes der Umwandlung derGewohnheiten in Gesetze/ indem sie nach und nach Stärke undEinheit gewinne»/ und biö zur Bildung des Mittelstandes. Die-ser aber/ heute als besiegt zu Boden getreten/ wird sich morgenals Sieger **) erheben/ um mir Ruhe die größte/ weil entschie-denste gesellschaftliche Umwälzung der neuern Zeit zu vollenden.

Normannen von den ältesten Zeiten. Ein interessantes Buch eines arne-rikanischen Geschichtsforschers bis zur Eroberung Englands und Siziliens ch).

*) „Äa, wird man sagen; allein der Sieg hat alle Beziehungen verrücktund der Adel ist auf die Seite der Sieger übergegangen. Nun wohlSo muß man ihn eben wieder auf die andere Seite übergehen lassen;der Mittelstand wird adelig, indem er seinerseits Sieger wird." 8 iove 8tzn'est-eo guo le tiers vtnt?

Dieses Kampfes eigentliches Wesen, diesen Grundriß mittelalterlicher Ge-bt Wir erwähnen noch der Schriften von Conti. Höfter und Dittmar; desletzter« »Geschichte der Welt vor mid nach Christus" (Heidelberg 18ik—SS, «ochnicht vollendet) verspricht ein« vortreffliche Arbeit zu werde«. D. B.

Cantu, Weltgeschichte. V.

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