Band 
Fünfter Band.
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nur an der Oberstäche/ so erblickt es nichts als diese Auflösung/den Verfall; dringt ihr aber tiefer ein/ so entdeckt ihr eine ste-tige Organisation in der religiösen/ welche jener Zeit eine Ein-heit verleiht/ deren die unsere/ dem sorglosen Zweifel/ den muth-losen Schwankungen überlieferte/ entbehrt. Das alte Rom hattedie Völker vereint/ aber wie Galeerensklaven in einem Bagno:von nun an werden die Beziehungen der Einzelnen wie der Völ-ker zu einander nicht mehr bloß durch das Schwert/ sondern auchdurch das gemeinschaftliche Erbtheil des Glaubens/ der Hoffnungund der Liebe bestimmt. Während der Wille und der wilde Stolzder Eroberer Krieg/ Druck und Rache verbreiten/ predigt dasChristenthum eine Lehre der Gleichheit/ des FriedenS/ der Ge-rechtigkeit/ der vernünftigen Unterwerfung/ der gegenseitigen Liebe/wacht als eine wohlthätige Macht zum Schutze des Schwachengegen die Uebergriffe des Gewaltigen. Der unter Allen verbrei-tete Klerus entfernt nach und nach den aus der Stammesver-schiedenheit entspringenden Hader / flößt Liebe zu einem gemein-schaftlichen Vaterlande ein mit Hindeutung auf die allgemeineBruderliebe/ stürzt die Schranken zwischen den Nationen/ gibtder Barbarei eine wohlthätige Richtung/ zeigt dem mächtigen Ba-ron den Weg zur Gesittung/ bewahrt die klassischen Autoren/ rei-nigt die Gesetzsammlungen / lehrt die Mächtigen zügelm beschütztVolk und Freiheit/ setzt eine auf Fähigkeit gegründete Hierarchieei«/ die den bescheidenen Kleriker wie das Oberhaupt der Kircheumfaßt/ vor welchem die Könige sich beugen und den die Völkerzum Schiedsrichter anrufen. Die Kirche/ die Arche des HeilS/fesselt die Germanen an den Boden und ruft ganz Europa aufzur Zurückweisung des Orients. Als die Mongolen die jungeCivilisation abermals bedrohen/ eilt sie/ dieselben aufzuhalten durchWaffen und Predigt; sie wehrt dem Türken die Vernichtung dereuropäischen Institutionen/ ein Unternehmen/ das früher nur dieSympathie oder den Ehrgeiz einiger Machthaber geweckt hätte.

Die Einheit ist in der Kirche/ um sie herrscht aber der bun-teste Wechsel. Die ihres langen UmherirreuS müden Barbarensuchen eine neue Heimath und indem sie sich der politischen Ober-gewalt/ der bürgerlichen Regierung und des GrundeigenthumSbemächtigen/ schlagen sie Königreiche wie früher Lager auf mit-ten unter den Ureinwohnern / deren Ramen sogar sich verloren.Karl der Große versucht es/ diese Reiche zu einigen/ dazudie Weihe fordernd von der allein anerkannten Macht / welche,

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