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walt. Im Innern herrschen nur Eifersucht/ Hochmuth/ Missethat;nach Außen hin ermordet man die Nachbarn / die Bruder/ ohnenur daran zu denke»/ mit ihnen Bündnisse des FriedenS/ gegen-seitiger Hülfe und Vortheile zu schließen. Endlich herrschen dieRänkeschmiede und Starken/ die bevorrechtete Freiheit der Com-munen geht unter; der Despotismus wird nothwendig/ um diewieder entstehenden Ungleichheiten zu ebnen; neue Königreichebilden sich und das Mittelalter endet.
Es endet; allein ohne die germanischen Völkerwanderungenhätte Rom die ganze Welt inne behalten/ den jeder Nation eigen-thümlichen Geist und Charakter verwischend; und wir hätten jetztEin ungeheures Reich in asiatischer Weise statt so vieler Natio-nen/ welche Bewegung und Leben vervielfältigen; statt dieser rei-chen und fruchtbaren Mannigfaltigkeit/ welche die neuere Zeit aus-zeichnet und der es Europa verdankt/ daß es in geistiger wie ma-terieller Hinsicht den übrigen Welttheilen überlegen ist/ hättenwir die stumme kirchhofartige Ruhe der Gleichförmigkeit.
Das Mittelalter endet; aber es fand Europa getheilt zwischenFreien und Sklaven und hinterläßt statt deren Reiche und Arme;an die Stelle der gezwungenen Arbeit hat es die freie Thätigkeitgesetzt/ die Verbindung/ den Wetteifer an die Stelle der Corpo-rationen und der trostlosen gesetzlichen Begünstigungen/ an dieStelle der Vorrechte / d. h. der Ungerechtigkeit/ die bürgerlicheGleichheit; das Eigenthum befreite es von den Banden der Kasteund des Stamms/ der Substitutionen und den andern alten Ket-ten; die niedrige Demüthigung der Sklaven vor dem Herr»/ derClienten vor dem Patron / der Patrizier vor dem Kaiser ersetztees durch die ungezwungene Höflichkeit/ welche sich erniedrigt/ abernur um wieder erhöht zu werde»/ die Achtung/ welche stolz zusein weiß/ die Freiheit/ welche ohne Gefährdung noch Erniedri-gung steh zu vielfältiger Dienstleistung willig hergibt. Solche Ge-fühle und Gefinnungen entspringen der ritterlich edlen Unabhän-gigkeit der Barone: diese Unabhängigkeit war aber den Alten un-bekannt/ ste wußten nur von einer Unabhängigkeit der Stadt oderdes Staats.
Einigen beliebt es/ das Mittclalter als eine Zeit gränzenloserUnterdrückung zu schildern und doch entstanden in dieser Epochedie politischen Verfassungen/ worauf das Dasein und der Ruhmder neuern Nationen beruht*). Nur beiläufig geschehe des cano-
Man Vergl. OanoiLni, Larburopum IvKes.