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rer Asiens oder die Römer waren; ein Geisi des beständigen Wi-derspruchs gegen Alles, was Mißbrauch ist/ nistet sich erst unterden Geschlechtern der Sieger, dann zwischen ihnen und den Be-siegten, hierauf zwischen den Adeligen und Besitzlosen und endlichzwischen Commune und Commune ein; wir begegnen demselben ineinem großem Maßstabe zwischen der weltlichen und der Kirchen-gewalt, die eine darnach strebend, daö Reich deö Starkem auf-zurichten, die andere stets bemüht, den Sieg der Gerechtigkeitherbeizuführen, die Rechte des Verdienstes und der Vernunft andie Stelle derjenigen der. Geburt und der Gewalt zu sehen,wodurch beide sich im Gleichgewicht halten zur Verhinderungdes Uebermaßes, wozu der absolute Geist des Mittelalters sichhinneigt.
So vollendet sich die größte Umwälzung des menschlichenGeistes, eine Umwälzung, welche den Neuern Poesie, Künste undFreiheit gab. Man würde jedoch zu weit gehen mit der Behaup-tung, daß man bereits damals zum Begriff der Nationalität, dieam schwierigsten zu erfassen ist und erst zuletzt im Volke wurzelt,hätte sich erheben können: in der That hatte der menschliche Geistnoch einen zu langen Weg zurückzulegen, um so viele Vorurtheilezu besiegen, so viele Ungleichheiten zu verwischen, die Familienund Gemeinden dahin zu führen, die ursprüngliche Unabhängig,keil zu vergessen und zu bewerkstelligen, daß die Starken ihreMacht, die Geschickten ihre Fähigkeiten nur in dem Maße undzum Besten deö Gemeinwohls ausübten, die Edlen die höhere Ab-stammung und die althergebrachte Herrschaft vergäßen, daß Alleendlich dahin gebracht würden, Gerechtigkeit und gesellschaftlicheGleichheit rückhaltlos anzuerkennen und auszuüben.
Dennoch besteht noch fort ein Schwanken zwischen einer Ver-gangenheit deö HaffeS, Kampfes, KriegS und einer Zukunft derOrdnung, Ruhe, Liebe. Noch unerfahren in Systemen, die aufdem Ineinandergreifen und der Ausgleichung der Gewalt und desVortheils aufgebaut gewesen wären, Friede, Gerechtigkeit, Frei-heit zwar wünschend, doch noch unwissend über die Mittel, zudiesen Gütern zu gelangen, wird den Staaten eine Freiheit ohneBürgschaften zu Theil, wo das Volk, welches in seiner Gesammt-heit an den Geschäften Antheil nehmen will, in die Versamm-lungen den Geist, die Habsucht, den Ehrgeiz,, alle Leidenschaftendes Einzelnen hineinträgt; die Verfassungen werden eine nach derandern erprobt und zuletzt gehen alle Parteien den Weg der Ge-