Band 
Fünfter Band.
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die Wahrung der Gewohnheiten und Rechtsame ihres Vaterlandesbeschwören. In den Conzilicn seht ihr/ wie die Religion sich zurHüterin der Menschenrechte auswirft. Ihr erkennt, was ein Volkist auf dem Wittenaghemote der Angelsachsen/ den CorreSder Spanier, denen zu Lamego, wo eine noch in der Wiegeliegende Nation das Statut von Portugal entwarf, welches denimprovisirten Charten unserer Tage nichts zn beneiden hat. Die.seS Statur reihte um den Thron einen, nicht aus den Reihen derSieger genommenen, auf dem Grundbesitz beruhenden oder fürGold erkauften, sondern einen Adel, gebildet aus Männern, diesich treu gegen Religion, Vaterland, König, tapfer in den Käm-pfen, welche die Heimatherde dem fremden Joche entrissen, be-wiesen hatten. Die Stände bestätigen diese Gesetze, insofern siegut und gerecht sind; solche Bedingungen der Gesetzlichkeit wa-ren aber den alten Staatsmännern unbekannt und werden vongar vielen der neuern übersehen. Wir aber auch streiten mitWorten, sie handelten.

Und alles das im Zeitalter der Barbarei. Wohl, der Bar-barei, und doch ist der Charakter dieser Zeit vielmehr der Abstandzwischen der Rohheit der Handlungen und der Reinheit der vonder Kirche, dem Ritterthum, den Dichtern aufgestellten Grund-sätze. Während bei den Alten keine achtunggebietende Stimmesich erhob, um Achilles seinen wilden Hochmuth, Caligulaseine einfältige Grausamkeit vorzuwerfen, treten hier die mora-lischen Begriffe schön und rein hervor inmitten der Zügellosigkeitund Rohheit. Ein gerades Urtheil brandmarkt die verächtlichenWerke der Leidenschaft, waS diejenigen sicher nicht gering anschla-gen, welche wissen, daß ein gutes Prinzip oft ein fruchtbarerSaame für eine schlechte That. Der barbarische Druck, der stäteWiderstand, die religiöse Büßung sind drei vorherrschende Zügein den Sitten und der Geschichte jener Zeit, und je nachdemman den einen oder andern dieser Züge besonders in's Auge faßt,erkennt man den äußersten Grad des Hochmuths, des Heldrn-muths, der Heiligkeit: da aber das eine dem andern zum Gegen-gewicht dient, betrübt den Beobachter niemals jene systematischeund berechnete Schändlichkeit und Grausamkeit, welche bei Be-trachtung des Alterthums sein Gefühl empört. Darum schriebauch ein Schriftsteller, trotzdem er sich Philosoph nennt: „Einhalbes Jahrhundert im Heidenthum ist reicher an ungleich grös.