Band 
Fünfter Band.
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fern Schandthaten/ alö man in der ganzen christlichen Monarchiefindet/ seitdem das Christenthum auf der Erde herrscht *).

In der That findet man selbst unter den erbarmungslosestenGhibelinen keinen Domitian oder Caracalla; man findet indieser ganzen Epoche keine so kaltblütige Ermordung im Große«/wie der milde Cäsar zu AmienS veranstaltete/ oder TituS, „dasEntzücken der Menschheit"/ zu Jerusalem; keine so berechnete Ver-wüstung/ wie diejenige war/ welche Tarent und Karthago traf/keine solch gründliche Vernichtung der Künste und Civilisationeines Landes/ wie zu Korinth und Rhodos geschehen; ebenso we-nig hat diese Epoche etwas auszuweisen/ was der Bartholomäus-nacht oder der stummen Trostlosigkeit des dreißigjährigen Kriegsgliche. Die in den blühendsten Zeiten Romö vorgekommenen Pro-skriptionen haben nichts Entsprechendes im Mittelalter/ ebenso-wenig die im Zeitalter Leo X und Galilei'S so häufigen Zau-berei- und Hexenprozesse. Selbst die Jngnifition kann nicht ver-glichen werden mit den während der drei Jahrhunderte des rö-mischen Kaiserreichs unter gesetzlichen Formen über Christele ver-hängten Verfolgungen oder jene»/ die eine finstere Politik späterin Spanien einführte.

Ueberdem können wir/ wenn uns das Schauspiel der Gewalt-thätigkeiten der Edeln und der wilden Rohheit der Fürsten zuschmerzlich berührt/ unsere Blicke auf eine andere gleichzeitigeGesellschaft richten/ die nicht die Eroberung durch Gewalt/ son-dern im Reiche der Ideen anstrebte/ welche dem Unterdrücktenzur Seite stand/ um ihn zu tröste»/ während fie den stolzen Ge-walthaber im Namen desjenigen bedrohte/ der Richter ist überdie menschliche Gerechtigkeit. Die Ritter vcrgoßen Ströme Btü-teS/ um sich gegenseitig eine Spanne Erde zu entreiße»/ die alleohne Unterschied den folgenden Tag bedecken sollte: die Kirche,ihren Blick zum wahren Vaterlande erhebend, verbreitete die Liebezum Guten, zur Wissenschaft, zur Frömmigkeit, lehrte beten, er-öffnete den Betrübten, den Verfolgten Zufluchtsorte, den Unwis-senden Schulen; zwischen die täglichen Kämpfe trat fie mit einerAufforderung zum Waffenstillstände oder dem Versuche der Fric-denSstiftung; statt der Krieger führte fie Mönche in's Feld, derUnfittlichkcit stellte fie Klöster entgegen, dem in den Burgen sichverschanzenden Hochmuthe des Einzelnen Demuth in Opferwillig-

keller, Oatod>i8me xlulos«iili!->uo, t. III, c. 6, 8 t.