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weilig eS unS auch heute erscheint/ daß die Autoren jener Zeitsich in hundert verschiedenen Weise» mit derselben Arbeit beschäf-tigten/ so müssen wir doch anerkennen/ welch jedenfalls großerGewinn für den menschlichen Geist es war/ daß ein einziges Buchvon so vielen Nationen als der Gipfel der menschlichen Kenntnissebetrachtet wurde und so verschiedenartige Talente beschäftigte zumheilsamen Zügel jener Ungeduld/ die gerne bauen möchte/ bevorder Grund gelegt ist. Die lateinische Sprache war ein trefflichesVerkehrsmittel zwischen den Völkern/ ehe die neuen Sprachen ge-hörig gebildet waren und gegenseitig verstanden wurden *). Daßdie Einen sich den klassischen und die Andern der Schaffung ganzneuer Studien ergaben/ veranlaßte eine gedoppelte Thätigkeit.Statt also daö Vergessen des Alterthums zu beklagen/ wäre eögerechter/ zuzugestehen/ daß eine allzu große Verehrung desselbendie nationalen Versuche und Bestrebungen beeinträchtigt habe;gleich wie in der Kunst die erhabene Majestät der gothischen Ka-thedrale durch die Nachahmung deS heidnischen Tempels entstelltward.
Man achtet die historischen Schriften jener Zeit geringe/ alsschlechte Klosterchroniken. Wir haben bereits ihrer Mängcl ge-dacht/ doch darf man auch nicht vergessen/ daß unter deren Ver-fasser sich auch Fürsten befanden wie AlphonS v. Spanien undOtto v. Freisingen/ Oheim Friedrich Barbarossa'S/ nochhäufiger Männer/ die an den Ereignissen selbst Theil genommen/
*) Man vergleiche dagegen folgenden Aussprnch:
„-Warum verblühen die Bemühungen einzelner Männer so
schnell ? Warum ist die Zeit (des Mittelalters) so arm an eigener An-schauung und Hervorbringung? Die deutschen Stämme gleichen jenenRiesen, welche den Boden verloren. Die Nuvolksrhümlichkcir im religiöse»wie im geschichtlichen Gebiet steigt. Das deutsche Wort ist fast Fremdlinggeworden in den Klöstern. An ihm kräftigt sich kein Geist mehr. Darumruht auf diesem angelernte», Volksleeren Wesen wenig von germanischerKraft, wenn es auch noch immer genug ist, um die mehr germanischenLänder von dem mehr romanischen Italien vortheilhast zu unterschei-den. Denn erst der deutsche Lothar bringt wieder Schulen nach Italien,welchem die römischen Kirchenräthe 62(i und 853 mit Wünschen undKlagen nachkommen. Noch Gerbert zieht deutsche Lehrer nach Ita-lien, und die Kirchenversamnilmig von Rheims rückt den Römern ihreBarbarei auf." (Nr. V. Ph. Guiuposch, Allgemeine Literaturgeschichtcder Deutschen. Leitfaden zu akademischen Vorlesungen, 1. Abthlg. Augs-burg 1840). D. H.