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wie Cassiodor/ Beda, Luitprand/ daß sie in der Regel dieGelehrtesten ihrer Zeit waren. Besaßen Wenige unter ihnen einenumfassenden Blick/ so mag man sich erinnern/ daß der Gebraucheines mangelhaften Fernrohres und ein sehr beschränktes FeldGaliläi und Scheinet nicht verhinderte«/ ihre wunderbarenEntdeckungen zu machen. Dann aber sollte man entweder demKlerus und den Mönchen ihre beständigen Einmischungen in dieweltlichen Ereignisse nicht vorwerfen oder ihnen verzeihe«/ daß sienicht berichteten/ was sie nicht kennen durften.
Und obgleich die Berichte hinter Klostermauern aufgezeichnetwurde»/ so erscheinen ihre Verfasser als Männer, welche/ im sichernHafen gelandet/ die Lage der auf hoher See vom Sturme Ge.peitschten desto sicherer beurtheilen; und bezeugen diese Arbeitenauch nicht Scharfsinn und weitschauenden Blick Seitens ihrerVerfasser/ so verrathen sie doch ei« Billigkeitsgefühl/ welches nichthäufig bei den Klassikern/ denen sie indessen nicht immer nach-stehen an Leichtgläubigkeit/ zum Vorschein kommt. Wer bei derenPrüfung des so häufigen Vorurtheils gegen alles Scholastische sichzu entschlagen vermag / dem wird die Wahrnehmung Freude be-reiten/ daß in diesen kunstlosen Aufzeichnungen der Mensch sichniemals verleugnet. Nach Jahrhunderten noch liest man sie ebenso gerne/ wie man sich mit gute»/ crinnerungsreichen Greisenunterhält/ während man sich nicht selten abgestoßen fühlt durchden anspruchsvollen Ton und den pedantischen Styl selbst der ge-schätztesten Schriftsteller *).
') „ — Die Fordcrniffe waren im Steigen begriffen. ES drangen Weltliche.Staatsmänner, Hofleute, Stadtschreiber immer mehr auf das Gebiet ein.Die Städte ließen Zeitbücher als Beweismittel Pflegen oder befahlen die
Betreibung der Geschichte in den Schulen.-Sodann begannen
Geschichtschreiber wie Adam v. Bremen, Thietmar, Otto v. Frei-sing, der Friese Emmo die Länder zu beschreiben.-Davon will
ich nicht reden, daß sich das Mitlelalter in demjenigen, was es fassen
konnte, mit Geschick und Anmuth ergangen. -- —- Fragen wir endlich
nach dem Verhältniß der deutschen Geschichtschreibung zu der anderer Län-der, so fällt die Antwort für uns sehr Vortheilhaft aus. Wie wenig Ehreuns z. B. die Jahr-, Zeit- und Heiligenbücher des 2. Zeitraumes ein-bringen, so war doch der Fleiß in den Ländern, wo das Germanischenicht so sehr abnahm, am Größten. Was Italien, Irland, Spanien anLegenden und Jahrbüchern erzeugen, läßt sich an Umfang, Gehalt undForm nicht mit dem vergleichen, was die nördl. und östl. Gegenden desFrankenreichs hervorgebracht. Im 3. Zeitraum haben die Deutschen durch