Band 
Fünfter Band.
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Sachsen, welche die zwischen Oder und Ems wohnenden Völker-schaften beherrschten und im Süden an die Thüringer und Lango-barden gränzten.

Thüringer.

Einige Geschichtschreiber, die erstem mit den unter Attilastehenden Terwingischen Gothen verwechselnd, sagen, daß ste nachseinem Tode an den Ufern der Saale blieben, von wo ste nachdem Dniepr und der Donau und von da nach Norikum gezogenseien; wahrscheinlicher ist indeß, daß die Thüringer ganz andernUrsprungs und vielleicht die Hermunduren der Lateiner waren.Wie dem auch sein mag, so ist gewiß, daß wenige derselben anden Zügen der übrigen Germanen Theil nahmen; als aber ihreNachbarn durch Wanderungen sich geschwächt hatten, verbreiterensie sich bis in das Herz Germaniens und dehnten ihre Herrschaftbis zum Rhein, der Donau und dem Harz, der sie von den Sach-sen trennte, aus. Der erste ihrer Könige, dessen erwähnt wird,ist Merwig (um 426).

Longobarden.

Die Longobarden *) zogen von den Ufern der Elbe an dieder Donau; die Gepiden bewohnten daö Land zwischen diesemStrom und den Karpathen, während Pannonien von den Ost-gothen besetzt war; das ganze Gebiet von Thüringen bis nachLangres in der Champagne gehörte den Alemannen, die, obgleichVasallen der Franke» geworden, ihren Namen auf ganz Germa-nien übertrugen. Norikum (Oesterreich und Mähren) hatte sichDank dem Ackerbau und den römischen Legionen wieder bevölkert,galt sogar für eine Pflanzschule von Kriegern; doch durch bestän-dige Einfälle wieder entvölkert, gesellten sich Rugier zu den Ueber-resten der römischen Bevölkerung, so daß fortan die Noriker undPannonier dem Blute nach als halb römische Völkerschaften gel-ten können. Die im Anfange des 4. Jahrhunderts aus Skandi-navien gekommenen Heruler harren sich in der Nähe des Asow'-schen Meeres niedergelassen; sie nahmen an den Zügen der Go-then Antheil und so gelangten sie bis an die Gränzen des Rei-ches , dessen gefährliche Verbündete sie Anfangs waren und dassie dann unter Odoaker vernichteten. Eine andere Herulerhorde

') Eine sehr verdienstliche Arbeit über diese Nation ist Aler. Flcgler(Pros. der Gesch. in Zürich), das Königreich der Longobarden in Italien.Leipzig 1851. D. B.

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