Band 
Fünfter Band.
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drang ihm so tief in die Seite/ daß er an der erhaltenen Wundestarb; der Ostgorhe Theodorich sah steh nunmehr an der Spitzeder beiden Stämme. AlS daS morgenländische Reich die Gefahrimmer größer werden sah/ schloß es einen schimpflichen Vertragmit ihm ab.

Während solche Verbündete schwer auf den Byzantinern la-steten/ sah sich Theodorich seinerseits ungcrkle in der Lage/ dieandern Gothen zu bekriegen und die Vorwürfe der Seinen zuverdienen/ indem er am griechischen Hofe in Weichlichkeit dahin-lebte. Darum begab er sich vor Zeno und sagte zu ihm: „Ita-lien und Rom/ dein rechtmäßiges Erbe/ sind dem BarbarenOdoaker zur Beute preisgegeben; erlaube mir/ ihn daraus zuverjagen. Entweder werden wir unterliegen und du bist unserloS; oder werde ich siegen und du lässest mich dann denjenigenGebietsthcil regiere»/ welchen ich dir wiedergegeben haben werde."

ES ist leicht einzusehen/ daß dieser Vorschlag bereitwillig auf-genommen ward. Theodorich ging also nach Italien/ wo wirihn später in seinem eigenen Namen und nicht in dem des feigenbyzantinischen Herrschers ein schönes Königreich gründen sehen.

Ariadne/ die Tochter DerinaS und Gemahlin Zeno's/wird von manchen Geschichtschreibern wegen ihrer sanften Tugen-den gerühmt; sie war/ wie man sagt/ der Trost ihres Gemahlsin der Verbannung und that seinem Rachedurst nach seiner Rück-kehr Einhalt. Andere dagegen stellen sie als eine mit allen Ver-brechen besudelte Frau dar und behaupten sogar/ sie habe ihrenGemahl beerdigen lassen (491 / 9. Apr.)/ als der LcbenSfunke indem vom Starrkrämpfe Ergriffenen noch nicht erloschen war unddaß man später bei Oeffnung des Grabes am Leichnam die Zei-chen der schrecklichsten Verzweiflung gefunden habe.

AnastasiuS I. — DikoroS. 491—518.

Der sechSzigjährige Hofherr (sein Titel lautete Silentia-riuö) AnastasiuS war im Begriff/ den patriarchalischen Stuhlzu Antiochia zu besteigen/ alö ihn die verwittwcte Ariadne zumGemahl und auf den Thron berief. Der neue Kaiser stand ineinem so hohen Rufe von Tugend / daß ihn daö Volk mit denWorten begrüßte: regiere wie du gelebt hast. Er beganndamit/ daß er all' die Schuldforderungen des SchatzeS/ welchedurch die unmäßigen von 'Zeno auferlegten Steuern entstandenwaren/ aufhob; er vertrieb die Angeber / duldete nicht die Ver-