Band 
Fünfter Band.
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Zeichen seiner Liebe und Furcht/ mit dem Titel eines Patriziersund Consuln/ der Ehre einer Reiterstatue in der Hauptstadt, demRamen seines Sohnes, dem Oberbefehl über die kaiserlichen Pa-lasttruppen, mehrern tausend Pfund in Gold und Silber, derVerheißung einer Gattin von hohem Range und großem Reich-thums

Zu weit getriebene Nachgiebigkeit verräth Schwäche und kanndaher nur Verachtung erzeugen. Theodorich, welcher das Haupt-werkzeug gewesen war, dessen sich Zeno zur Wiedererlangung undErhaltung seiner Macht bediente, fing an, seine Forderungen zusteigern. Die Ursache hievon lag vielleicht in dem Umstand, daßihm der mißtrauische Kaiser allerlei Schlingen legte, vielleichtaber auch in seiner Habsucht; wahrscheinlicher aber wurde erhiezu durch die unersättlichen Bedürfnisse seines Volkes getrieben,das den Ackerbau verachtete, nur von Geschenken lebte und, nach-dem es dieselben immer wieder schnell verschlungen hatte, miteiner sowohl seinen Führern als dem Feinde furchtbaren Stimmeneue verlangte. Diese vom BoSporoS bis an das adriatische Meersich ausbreitenden Barbaren zerstörten viele blühende Städte Thra-kiens und trieben die Grausamkeit so weit, daß sie den Bauerndie rechte Hand abhieben, um sie zu verhindern, den Pflug zuführen.

Um den furchtbaren Stamm von sich abzulenken, gab die arg-listige byzantinische Politik Theodor ich den Wink, die Triari-schen Gothen, welche ebenfalls von einem Theodorich, mir demBeinamen des Schielenden angeführt wurden, anzugreifen. Manhatte ihm versprochen, daß er bei seinem Eindringen in MostenLebenSmiml in Ueberfluß und eine Verstärkung von kaiserlichenTruppen vorfinden werde. Statt dessen sah er sich in die Pässedes BcrgeS SondiS hineingclockt, wo ihm zugleich die Waffenund die Vorwürfe der Triaricr begegneten: „Ausreißer, riefen sieihm zu, Verräther gegen deine Brüder, gehe hin und laß dichdurch die römische Arglist hintergehen, sie wird dich bald deinesGeldes wie deiner Pferde berauben." Dies machte auf Theo-dorich Eindruck; erschloß mit seinen Brüdern Frieden und ver-ließ Bundesgenossen, bei denen keine Treue war.

Bei den Gothen herrschte die Sitte, am Eingang deS könig-lichen ZelteS eine Lanze aufzuhängen; so geschah es, daß, alsTheodorich der Schielende eines TageS aus seinem Zelteritt, sein Pferd wild wurde und ihn aus diese Lanze warf. Sie