Band 
Fünfter Band.
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wie die Grüne»/ welche Steine und Messer in Fruchtkörbenverborgen hatte»/ inmitten eines Festes drei tausend Blaue er-mordeten.

Neue Spitzfindigkeiten zogen damals die Griechen in neueKetzereien hinein. Man pfiegte in den Kirchen das TriSagion zufingen: heilig/ heilig/ heilig ist der Herr der Heer-schaare n/ als es sich die Antiochier einfallen ließen/ hinzuzusetzen:welcher für uns gekreuzigt wurde. Andere hielten eS nunfür eine Ketzerei/ daß man sich an die ganze Trinität mit Wor-ten richtete/ die nur einer Person derselben zukamen. Als dahereines Tages zwei Chöre in einer Kirche ConstantinopelS / jederauf verschiedene Weift/ mit voller Stimme das Dreimalheiligsangen/ kam es in Folge dessen zu harren Worten/ zu Schlägen/zu Steinwürfen/ das Blut floß in der Stadt und die Verwirrungstieg auftS höchste. Auf keine so mörderische/ aber eigensinnigereWeise spann sich in den Schulen die Streitfrage fort/ ob mansagen könne/ daß eine der Personen der Trinität am Kreuze starb.

Bevor Anastasius den Thron bestiegen/ hatte er sich denLehren der Eutychianer geneigt gezeigt; der Patriarch Euphe-miuS weigerte sich sogar/ ihn zu salben/ wenn er sich nicht vor-her anheischig machen würde / die cutychianische Ketzerei zu ver-werfen und sich den Beschlüssen deS Chalkedonischen Concils zuunterwerfen. Trotz dem nun Anastasius solches urkundlich undfeicrlich gelobt und von Papst Felix II in einem väterlichenSchreiben zur Aufrechthaltung deS Glaubens ermähnt wird / er-greift er als Kaiser Partei für die Eutychianer oder Monophysi-te»/ oder läßt vielmehr in seiner Kraftlosigkeit die Akatholikenschalten und walten. Der Patriarch MacedoniuS wird verjagtund Timotheus an dessen Stelle gesetzt; zwanzig tausend Möncheeilen aus Syrien gegen den neuen Prälaten herbei*). Wederdas Blut von zehn tausend Menschen noch das Niederbrenneneiner großen Anzahl von Häusern stillte die Wuth; die Fahnedes Aufruhrs entfaltete sich in Mösien/ Skythien und andern Ge-genden; der Skythe Vitalian/ welcher an der Spitze der Söld-ner stand/ nahm sich der Sache der orthodoxen Prälaten an undrückte mit zahlreichen Truppen gegen die Hauptstadt vor. Erwürde sich derselben/ trotz der neuen Mauer»/ mit bewaffneterHand bemächtigt haben / wenn nicht der Athenienftr Proclos

s) Maroniten nach Pagi, s,. 517 III—VII.

D. B.