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Kobad nickte nun gegen die Barbaren aus und unternahmauf diesen Kriegszügen auch die Belagerung von Zudadev/ einerStadt an den Grenzen Indiens/ voller Schätze/ die aber von Dä-moncu besetzt sein sollte. Weder die Magier noch die Priester derJuden oder irgend einer andern Sekte konnten sie beschwören;einem christlichen Bischof jedoch gelang es. Dank den Schätze»/deren er sich bemächtigte/ bekam Kobad eine große Achtung vor derchristlichen Religion/ in Folge dessen christliche Prälaten an seinenHof und selbst in sein Kabinet zugelassen wurden/ wo vorher nurLeviten und Magier saßen*). Die Annalen dieser Epoche sindvoll von Wundcrgeschichten solcher Art/ die sich immer auf dieselbeWeise wiederholen/ von Intriguen der Höflinge/ von Demüthi-guitgen der Fürstinnen und Zänkereien der Priester.
AnastasiuS hatte den Waffenstillstand benützt/ um die Grenzezu befestige»/ besonders das am CarduS gelegene/ fünfzehn Meilenvon Risibis und drei von Carrhä entfernte Dar». Er ließ esmit zwei Mauern umgeben / zwischen welchen man die Hecrdenunter Schutz bringen konnte; die innere Mauer hatte durchgängigsechszig Fuß Höhe/ die Thürme hundert/ zahlreiche Schießschartenwaren darin angebracht/ zwei bedeckte Gänge beschützten die Käm-pfendcn und waren durch Plattformen auf der Höhe der Thürmebeherrscht. Die äußere Ringmauer / von geringerer Höhe/ abervon größerer Festigkeit/ war gleichfalls durch Thürme beschützt/ein halbmondförmiges Vorwerk verhinderte da/ wo das Terrainleicht zu durchhöhlen war/ die Anwendung von Minen. Das
schlösse der Synode zu Ehalcedon annahm, gegen weiche in Armenienbereits manche Stimmen laut wurden und sie des Rcstcrianismns beschul-digtem" Da verdächtigten die Nestorianer, über welche Pater Babkan,Nachfolger des I. Manraknni, und die von ihm veranstaltete Smiodezu stlagherShebad, scicrlichst das Anathema verhängte — bei Kobad diekirchliche Einheit der Griechen und Armenier. „Kobad neigte sich da-mals — sagt Dollinger in seiner Kirchengcsch. — zu den Lehren desMagiers Mazdak, welcher nebst dem absoluten (in der Zvroaster'-schen Lehre nicht enthaltenen) Dualismus auch die moralische Indifferenzaller Handlungen. Gemeinschaft der Weiber und Güter, Einhaltung vonallem Fleische und Aushebung aller Verschiedenheiten des Ranges undStandes predigte. Diese Lehre, die schon in Persien große Verwirrungstiftete, wollte Kobad nun auch in Armenien einführen, weßhalb um447 ein neuer Aufstand ansbrach; aber sobald der König die Religionwieder frei gab, kehrte auch die Ruhe zurück." D. B.
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