Band 
Fünfter Band.
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einem der Kerkermeister Liebe eingeflößt hatte, gelang es, zu ihremGemahl zu kommen; ste wechselte die Kleider mit ihm und Ko-bad konnte zu den Hunnen entfliehen, die ihn freundlich auf-nahmen und in den Stand setzten, ZamaSpek zu stürzen; dieserward geblendet, Kobad bestieg wieder den Thron, und bestraftedie Rebellen. Um die Hunnen zu belohnen, verlangte er unterdem Namen eines Anlehens eine Summe Geldes von dem KaiserAnastasiuS; auf dessen Weigerung siel er in Armenien ein, be-setzte TheodosiopoliS und MartyropoliS und belagerte Amida. DieEinwohner dieser letzter» Stadt, wo nicht einmal eine Garnisonlag, vertheidigten sich so gut, daß Kobad vergebens seinen großenMuth und seine Geschicklichkeit mehrere Monate lang gegen sieentfaltete. Endlich jedoch ließen sich die Mönche, welche eben-falls die Waffen ergriffen hatten, überraschen, indem sie einenTburm schlecht bewachten, und die Einwohner wurden dem Nieder-metzeln Preis gegeben. Einer der Bürger trat vor den Königvon Persien, und stellte ihm vor, daß es eines Helden unwürdigsei, gegen Besiegte zu wüthen. „Und warum habt ihr euch er-kühnt , mir so lange Widerstand zu leisten" ? rief der König,„Weil Gott wollte, daß du den Sieg deiner Tapferkeit und nichtunserer Feigheit verdanken solltest," erwiderte der greise Mann.Die Antwort gefiel Kobad, und er schonte den geringen Rest.

Auf diese traurige Nachrichten hin schickte AnastasiuS einevon dem tapfern AreobinduS befehligte Armee; aber gehemmtdurch Hipatiuö und Patriziuö, eifersüchtige und talentloseMänner, die ihm zu Mitfeldherrn gegeben worden waren, wurdeer geschlagen. Der Krieg zog sich mit vielen Wechselfällen in dieLänge, bis die Gothen einerseits, die Hunnen und Cadukerandererseits zur Rückberufung ihrer Hülfötruppen schritten,was einen Waffenstillstand von fünf Jahren herbeiführte. DasKaiserreich bekam Amida wieder, aber eS mußte sich zu einemTribut von 11,000 Pfd. Gold verstehen *).

') In diesem Gränzland hatte fortwährend der kathol. Glaube gegen Sectirerund Heiden zu kämpfen. Wie aber früher über den Feuerdicnst, so siegteauch jetzt der wahre Glaube über den Nestorianismus. „Namentlich ver-dient. sagt 0r. Weite in seinem Kirchenlerikon. der Patriarch JohannesMöntacunensis (480—87) rühmliche Erwähnung, der das Gebetbuch(Brevier) der armenischen Kirche und die Liturgie verbesserte, die zur Zeitder Verfolgung Abgefallenen wieder in die Kirche zurückführte, über dieErhaltung der reinen Lehre sorgfältig wachte, und ausdrücklich die Be-