Band 
Fünfter Band.
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Es soll nicht an Wundern inmitten dieser Todesqualen gefehlthaben, und daß unglückliche Opfer, nachdem man ihnen die Zungeherausgerissen hatte, noch sprachen, gehört nicht einmal zu denmerkwürdigsten *).

Die von Genserich eingeführte Erbfolge rief den ältestenseiner Familie auf den Thron: eine fehlerhafte Einrichtung, ausder entspringt, daß jeder Fürst, welcher die Krone seinen Kindernsichern will, geneigt ist, diejenigen seiner Verwandten umbringenzu lassen, die sie davon ausschließen würden. So todtere Hunne-rich seinen Bruder Theodorich und dessen Sohn, so wie denältern Sohn seines Bruders Genton **). Er kann indessen dochseinen Sohn Hilde rieh nicht auf den Thron bringen; als erstarb, verzehrt von Langeweile wie Sulla (oder von Würmern,wie Gregor von Tours erzählt), erhielt er seinen Neffen Gun-d am und zum Nachfolger ***).

6) pooe. De bell« VLNilalloo, 1, 8. — (lock. ckust. <Ie ow. pp. »io. IN»,. I.Auch der Comes Marcellinus bestätigt die Thatsache, über welche sich derPlatoniker Aeneas v. Gaza folgendermaßen anSspricht: „Ich sah sie selbstund hörte sie reden, nicht ohne mich zn wundern über ihre deutliche Aus-sprache. Zch suchte das Organ der Rede, und da ich meinen Ohren nichttraute, wollte ich mich durch den Augenschein überzeugen. Ich öffneteihnen daher den Mund: ich sah, daß die Zunge bis auf die Wurzel ans-gerissen war, und konnte mich vor Erstaunen nicht fassen, sowohl darüber,daß sie redeten, als daß sie noch am Leben waren."

Daß sie sich dem katholischen Glauben zuneigten, soll ihm Besorguiß ein-geflößt haben. Deßhalb floh sogar seine Gemahlin Eudoria, Tochterdes Kaisers Valentinian III, nach Jerusalem, wo sie der Kummer nachwenigen Tagen todtere. D. B.

Hunnerich hatte gestattet, daß die Katholiken der Hauptstadt Karthagofür ihren seit lauge leer stehenden Bischofstnhl den heil. EngcniuSerwählten (l8. Znni 48l). Nicht lange, so erfährt der Gewählte romarianischen Könige bübische Mißhandlung, und die Verfolgung des kathol-Klerus wird immer umfassender, niederträchtiger und grausamer. Bischöfe,die nur in geistlichen Vortragen ein freies, ein den Arianern mißfälligesWort sich erlaubten, werden vor Gericht gestellt, und 150 Stockprügekheißen eine gnädige Strafe des Erkühuens. Dies die Einleitung. End-lich, im Fcbr. und März 184, wurden 46 Prälaten nach Corsica abge-führt, 302 in die Sandwüsten verbannt, 28 retteten sich durch Flucht und88 (Andere zählen weniger) erlagen dem Schrecken und erklärten sich fürden Arianismus.. .. Von Schergen und Soldaten umschaart und selbstbewaffnet, durchzogen arianische Priester die Provinzen, und was denSpähern der weltlichen Macht und den kundschaftenden numidischen Rei-