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Hilderich. 523.
Als Hilderich, der Sohn Hunnerich'S von Eudoxien,seinen Vater verloren hatte, flüchtete er sich mit seiner Mutternach Constantinopel, von wo er nach Verlauf von neun und dreißigJahren zurückberufen wurde, um nach Thrasamund's Tode(um 523) über die Wandalen zu regieren. Als Neffe des schreck-lichen Genserich von väterlicher Seite und deS Kaisers Da-ten tinian von mütterlicher, innig verbunden mit Justinian,zeigt er sich weise und duldsam, glaubt sich mehr an die Gesetzeder Gerechtigkeit und der Menschlichkeit alS an den Eid gebun-den, den er seinem Vorgänger geleistet, beschützt die Katholiken,gibt zweihundert Bischöfe ihren Sprengeln zurück und zeigt sichüberhaupt als milder und mäßiger Fürst. Solches können ihmjedoch die Arianer nicht verzeihen, sie verbreiten das Gerücht,daß er, ein ausgearteter Abkömmling der Vandalenkönige, sich mitdem griechischen Hof zum Nachtheil der Nation verbunden habe.Die erste Verschwörung, von Amalafride, der Wittwe Thra-samund's, angezettelt, wird zwar vereitelt und mit dem Todedieser Königin bestraft; aber in Folge einer gegen die Maurenverlorenen Schlacht, gelingt eö — wahrscheinlich auf Anstiftendes Glaubensgenossen Athalarich, Königs der Ostgothen — demArianer Gelimer, Urenkel Genserichs und Enkel Gentons,der jedenfalls tapferer und thatkräftiger war, ihn vom Thronezu stoßen und einzukerkern.
Mitleid fühlend für den gefangenen König, mit welchem erdurch die Bande der Freundschaft und des Glaubens verbundenwar, beschloß Justinian, sich der Sache Hilderichs anzuneh-men und das Oberherrlichkeitsrecht auszuüben, welches er sichals Kaiser über alle vormals römischen Gebietötheile zuschrieb.Zweimal versucht er, Gelimer durch seine Gesandte» dahin zubewegen, seinen Gefangenen mit der Achtung zu behandeln, welchedie Verwandtschaft, der Rang und das Alter des Unglücklichenerforderten. Da aber weder Vorstellungen noch Drohungen fruch-teten, bereitete er sich zum Kriege vor und übergab, wie wir schonerwähnt, die Leitung desselben dem Feldherrn Belisar, derdurch den Antheil, welchen er an der Unterdrückung des Nikä-Aufstandes in Constantinopel genommen hatte, mehr aber nochdurch die Ränke seiner Gattin Antonina, wieder zu Gnadengekommen war. Diese nämlich, die Tochter einer am Theaterangestellten Courtisane und eines Wagenlenkers, war die Freundin,
Cailk», Weltgeschichte, v. 0