Band 
Fünfter Band.
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Ein viel späterer Schriftsteller/ welcher Belisar als einwarnendes Beispiel von den Launen des Schicksals aufstellt/ er-zählt/ daß man ihm die Augen ausgestochen habe und er in solcheArmuth versunken sei/ daß er genöthigt war/ um einen Pfenningzu betteln und heimathlos umherzuirren unter den Nationen/ dieeinst sein Degen vertheidigt oder in Schrecken gehalten hatte*).

Je älter Juftinian wurde/ desto mehr zeigte sich seine an-geborne Schwäche/ es entstanden daraus beständige Meutereienunter der Soldateska und Kämpfe zwischen den Grünen undBlaue»/ zwischen den Ketzern und Rechtgläubigen. Zu diesen Wir-kungen kamen noch unglückliche Naturereignisse: fast jedes Jahrfanden Erdbeben statt/ ward Konstantinopel vierzig Tage lang vonErdstößen heimgesucht; zweihundertundfünfzig Tausend Menschensollen in dem Erdbeben von Antiochia zu Grunde gegangen sein **);BervtoS wurde verschlungen.

Pest

Nicht minder richteten fürchterliche Seuchen große Verhee-rungen an: von Aegypten oder Aethiopien ausgehend / suchte diePest Palästina/ dann die benachbarten Gegenden heim und wüthetegrausam ohne Rücksicht auf Zeit/ Klimate/ Alter. In der Ge-schichte ist diese Seuche traurig berühmt/ weil sie mit HautauS-schlägen / welche die Geschichtschreiber Vitriol»; nannten und diesich besonders bei Kindern zeigte»/ verbunden war ***). Ganz Asien

*) Piese Erzählung stützt sich auf einige Verse in den Chiliaden des Tzetze's,eines Mönchs. Grammatikers und Dichters des 12. Jahrhunderts:

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„Gestützt auf einen Mühlstein, eine hölzerne Büchse in der Hand,sagte er: Gebt einen Pfenning dem Belisar. den das Glück mit Ruhmbedeckte, der Neid aber blendete."

**) Wir geben hier wie in andern ähnlichen Darstellungen die Ziffer so, wiewir sie vorfinden, ohne für ihre Richtigkeit zu bürgen. Wie selbst inneueren Zeiten bei ähnlichen Fällen, z. B. der Cholera in Paris oderder drei Julitage von 1830 die Angabe hinsichtlich der Zahl der Opferschwankend sind, so sind in frühern Zeiten, wo man noch keine genauenBevölkerungslatellen hatte, Uebertreibungen noch viel leichter möglich.

Vergl. Sprengel's Geschichte der Medizin. Aus dieser Seuche ent-wickelte sich im I. S05 die bisher unbekannte kostis iiixiiinaoia. ImLaute dieses Jahrb. wird noch mehreremale dieser Pest erwähnt. Bei der