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alle zwei Tage Nahrung zu sich und diese bestand nur aus wil-den mit Salz gewürzten Kräutern. Selbst nach dem Geständnißeines offenbar verläumderischen Biographen war er leicht zugäng-lich/ freundlich in seinen Antworte»/ geduldig im Hören und aufseiner Hut gegen die Leidenschaften/ von welchen leicht diejenigenhingerissen werden/ welche können/ was sie wollen. Wenn er nichtin Person seine Heere befehligte/ so besaß er doch die für einenMonarchen so wichtige Fähigkeit *)/ seine Feldherren gut zu wäh-len. Selbst die treuesten seiner Diener beargwohnte er/ aber erwußte demjenigen zu verzeihe»/ der wirklich der Treulosigkeit ge-gen ihn sich schuldig machte. Ueber alle Maßen ruhmsüchtig/ wollteer Dichter/ Baumeister/ Musiker/ RechtSgelehrte/ Theolog sein/aber er war weniger als mittelmäßig in den Künsten sowohl alsin den Wissenschaften. Indem er sich den Anschein geben wollte/als begünstige er die Philosophie/ verfolgte er sie und durch denSchluß der Schule zu Athen unterbrach er »die goldene Kette"der Neuplatoniker.
Hiezu veranlaßte ihn übrigens die Religion / in der er sichmehr fromm als weise dadurch zeigte/ daß er nicht nur die Astro-logen/ Gotteslästerer und Sittenlosen/ sondern auch die Arianerin Konstantinopel/ die Montanisten in Phrygien verfolgte; viel-leicht war es ihm auch nur um die Einverleibung ihrer Güterin den Schatz zu thun. Manche erheuchelten Belehrung/ Anderetödteten sich. Siebenzig Tausend Götzendiener wurden in Phry-gien / Lydien und Karten getauft. Der Kaiser gab die Mittelher zur Errichtung von sechsundneunzig Kirchen für die Neu-getauften/ zur Anschaffung von Bibel«/ Liturgien/ Gefässen undleinenen Stoffen **). Die Juden mußten das Osterfest an dem-
*) In scharfer Weift den nämlichen Gedanken ausgesprochen finden wir ineiner merkwürdigen, reichen Denkstoff darbietenden kleinen Schrift! „Hun-dert Schlagwvrte zur Bersaffungspolitik der Zukunft. (Als Manuskriptgedruckt). München. 1851." Die betreffende Stelle lautet: „Das unent-behrlichste ErforderniK zu einer Monarchie ist ein Monarch, und daswesentlichste Erforderniß zu einem Monarchen die Eigenschaft: für jeneFunktionen, die er selbst zu verrichten nicht vermag, andere geeignete Per-sonen auszuwählen, welche dieselben in seinem Namen versehen. Jegrößer das Geschick, diese Wahl zu treffen, und die Gewählten zu über-wachen, desto besser ist der Monarch. Daher die Erscheinung, daß Frauenso oft ausgezeichnete Regentinnen waren. D. B.
HieoxksoeZ, Vkrou., x. 153.