Kuropalat (Oberfthofmeifter) JusiinuS, wurde durch jenenknechtischen Haufen, der sich Senat zu nennen wagte, alsbaldzum Kaiser ausgerufen (565). An demselben Morgen, wo dasVolk ohne Betrübniß den Tod des alten Monarchen erfuhr, be-jubelte eö den Prunk, in welchem der neue Kaiser, bekleidet mitder weißen Tunika, dem Goldmantel und den Purpurftiefeln, sichdurch einen Tribun als Oberfeldhcrr die Halskette umhängen unddurch den Patriarchen die Stirn mit dem Diadem schmücken ließ.Bei seiner Ankunft in der Rennbahn überhäuften Praxiner undVenetcr, um seine Gunsi buhlend, ihn mit Beifallsrufen; er er-füllte einige von seinem Oheim eingegangene Verpflichtungen und,freigebig mit Worten, wie jeder beginnende Regem eS ist, ver-sprach er daö Gute zu thun und dem Uebel abzuhelfen. Er sprach
Die häufigen Sommunicationen zwischen Spanien und Sicilien machtenin ersterem Lande diese Industrie bald bekannt. Zürich war eine derersten Städte, die in Seide arbeiteten; die großen Verwirrungen, welcheim 14. Jahrhundert in der Schweiz herrschten, unterbrachen bis zur Zeitder religiösen Reform diese Industrie (Jos. Simmler. schweizerischesRepertorium, 1627). In Frankreich waren die ersten Gegenden, wo manSeidenmanufaktnren errichtete: Languedoc. die Provence, die Grafschaftvon Avignon. Ludwig VI gründete eine in Tours im Jahre 147»,wohin er von Genua, von Venedig, von Florenz, und selbst von Griechen-land Arbeiter kommen ließ. Indessen waren noch seidene Stoffe etwasso seltenes, daß Heinrich II der Erste war, welcher bei Gelegenheit derHochzeit seiner Schwester im Jahr 1559 seidene Strümpfe trug. Hein-rich IV errichtete einige Werkstätten an der Tulacre und anderswo, nnomachte den Anfang mit den Fabriken in Lyon, die eine so außerordent-liche Größe erhalten sollten, besonders nach der bewunderungswürdigenErfindung von Jaqnard. Dieser König ließ viele Maulbeerbäume an-pflanzen und verhandelte znr Verbreitung der Seidenwürmerzucht mitmehreren Privaten; aber jedes Jahr holte man die Eier in Spanien.Die Manufakturen nahmen so zn, daß er die Einführung fremder Stoffeverhindern zu können glaubte; er nahm jedoch auf die Bitte der Kauf-leute in Lyon das Verbot zurück. Das Verfahren, welches dem Fadenund dem Stoffe den Glanz gibt, hat man dem Octavus Ney, einemLyoner Kaufmann, welcher gegen die Mitte des 17. Jahrhunderts lebte,zu verdanken; das Abhaspeln erfand Falcon um's Jahr 1738. DieSpulen, deren man sich jetzt bedient, find italienischen Ursprungs, wur-den aber in Frankreich von Vaucanson vervollkommnet.
In diesem Jahrhundert hat man aus China neue Eier geholt, undversucht, die natnrweiße Seide herzustellen, um den Abgang zu verhindern,welcher bei der künstlichen Weißfärberei entsteht.