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Verwandten erwählt er einen Thrakien NamenS TiberiuS/ deraus einem Schreiblchrer 5pauptmann der Leibwache geworden war,zum Mirhcrrscher und Cäsar. Als er die Gewalt in die Händedesselben niederlegte/ that er cS mit den Worten: „Wenn du esgenehmigst/ werde ich leben; ich werde sterben/ wenn eS dein Willeist. Möchte der Gott deS Himmels und der Erde deinem Herzeneingeben/ was ich vergessen oder vernachläßigt habe!" Nach dieserArt von Abdankung lebte er noch vier Jahre/ und bei seinemTode wurde TiberiuS als Kaiser ausgerufen.
Tiberius II. 578.
Sophia/ welche diese Wahl begünstigt/ hatte vielleicht aufdie Hand des neuen Monarchen gehofft und suchte daher / als erAnastasia zur Kaiserin erklärte/ mit welcher eine geheime Eheihn verband/ ihn zu stürzen; die Verschwörung wurde jedoch ent-deckt/ und der edelmüthige Kaiser begnügte sich/ ihr ihre Schätzeund den kaiserlichen Hofstaat zu nehmen. Alö ausgezeichneter Fürstverband er Leutseligkeit mit Frömmigkeit/ mit einem gesunden Ur-theil Geschicklichkeit oder wenigstens Glück im Kriege. Den Be-weis dafür gab er gegen die Perser. Den Unglücklichen unterfeinen Unterthanen gewährte er wohlwollend Unterstützung; eineMenge Gefangener/ die er loskaufte und ernährte/ wurden durchihn ihren Familien zurückgegeben — ein Triumph/ den die altenCäsarcn nicht kannten. Und so erschien seine Regierung/ die nurvier Jahre währte/ als eine allzu kurze. Wie er das Diademdurch die Wahl seines Vorgängers empfangen/ übergab er eS demeiner alten römischen Familie entsprossenen und in Kappadokiengeborenen Mauritius/ einem Mann/ der nicht minder seinerFrömmigkeit halber berühmt war/ alS wegen seiner Tapferkeit/von welcher er seit seiner Jugend Proben gegeben (582). Erzählte beinahe drei und vierzig Jahre/ als er den Thron bestieg/auf welchem er steh zwanzig Jahre hindurch erhielt. Obgleichsein Stolz bisweilen in Anmaßung / seine Strenge in Grausam-keit/ seine Sparsamkeit in Geiz ausartete / verdient er doch denFürsten beigezählt zu werden/ die mit dem Wunsche für das Wohlihrer Unterthanen genug Weisheit und Muth verbände»/ um eSzu erkennen und eS ihnen zu verschaffen.
Wir haben bereits deS KricgeS erwähnt/ der wieder ausgebro-chen war in Folge dessen/ daß der Kaiser JustinuS die Unterwerfungder Persarmenier angenommen hatte/ welche steh der religiösen Un-