darauf bedacht wäre»/ die schwindende persönliche Tapferkeit durchMaschinen zu ersetzen/ deren Werth darin bestand/ mit der gering-sten Gefahr die möglichst große Anzahl von Menschen zu tödten/kannten dagegen die Barbaren nichts/ als die Kraft ihrer Arme;mit der Armbrust/ der Schleuder/ der doppelschneidigen Streitaxtund weniger/ mit Pfeilen und Wurfspießen bewaffneter Reitereizogen fie gegen die Legionen/ ohne KriegSplaN/ irgend eine KriegS-zucht/ Ausrüstung und Taktik: denn ganz nach eigenem Ermessenund Wissen führte jeder Häuptling seine Vasallen. Mit diesemNamen (vergl. oben) wurden die Krieger bezeichnet/ welchen derKönig die zeitweilige Benutzung eines Grundstückes gestattete/ un-ter der Bedingung/ ihm Treue zu halten und für eine bestimmteZeit mit einer bestimmten Anzahl auf ihre Kosten unterhaltenerSoldaten ihm in den Krieg zu folgen. Die mächtigsten Herrenahmten sodann diese Einrichtung nach/ indem sie unter den näm-lichen Verbindlichkeiten einen Theil ihrer Ländereien an Leuteniederen Standes überließen (vnlvn^ori. vr^sornm).
Herzogk.
Die übrigen Häuptlinge/ welche mit dem König gekommenwaren/ erkannten ihm nur in sofern eine höhere Würde/ denn sieselbst einnahmen/ zu/ als sie ihn selbst zum Oberhäuptling gewählthatten. Als Herzoge hatten sie einen Theil des eroberten Landesinne und betrachteten sich nur in den politischen Rechten und ge-meinsamen Angelegenheiten als Abhängige; im klebrigen machtensie Gesetze und unternahmen nach Willkür Kriege/ mitunter sogarwider den König. Diese Einrichtung herrschte/ wie wir gesehen/namentlich bei den Longodardcn; bei den Gorhen und Frankenjedoch/ wohl zufolge der persönlichen Ucberlegenheit der Könige/scheint der König über das ganze Land seine unmittelbare Auto-torität ausgeübt zu haben.
Verwaltung.
Dieses war in Bezirke (pu^i. Gauen) eingetheilt/ in derenjedem ein Grast Gaugraf) die bürgerlichen Angelegen-
heiten/ Justiz/ Finanzen unter seiner Verwaltung hatte. DasHerzogthum bestand aus mehrcrn Grafschaften; diese wieder hattenÜntereintheilungen nach Zahlenvcrhältnissen (WO und 10 Fami-lien) ; mehrere Wohnsitze (nmn8i) bildeten ein Dorf. Die Longobar-den hatten Zentenarier und Schulzen (Skulteten) statt der Grafen.-