Band 
Fünfter Band.
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eine Haarlocke ab, um sich bei einer Verschwörung Treue undVerschwiegenheit zu geloben*). Von einer Jungfrau sagten dieLongobarden, sie sei noch „in den Haaren", weil nach longobardi-schem Gebrauch das Haar der Weiber nach der Verheirathunggekürzt wurde. Büßer ließen den Bart wachsen und kämmten dasHaar nicht. Wenn sie die Gelübde ablegten, brachten Möncheund Nonnen ihre Haare Gott dar, was auch noch jetzt bei derTonsur geschieht.

Mit den Zeiten wechselte übrigens die Mode. Franz ! vonFrankreich, von einem brennenden Stück Holz verwundet, dasihm bei einem Feste auf den Kopf fiel, ließ sich die Haare ab-schneiden und den Bart wachsen und die Höflinge und Stutzerin Frankreich und Italien folgten seinem Beispiele, woran jedochernste Männer, Magistratöpcrsonen u. dergl. ein Aergerniß nah-men ; in dem französischen Parlament erhielt sogar ein Langbär-tiger keinen Zutritt; die Stutzer aber wandten eine große Sorg-falt auf ihren Bart, den sie salbten und kämmten, des Nachts ineinen Beutel hüllten und in die oft wunderlichsten Formen ver-schnitten. Im Allgemeinen pflegten die Geistlichen in Bezug aufHaar und Bart die bei den Laien herrschende Mode umzukehren.Das i. I. 721 zu Rom gehaltene Concil verlangt von den Kle-rikern, die Haare zu kürzen, weil daS lange Haar sich mit derTonsur nicht vertrage. I. I. 1053 machte M. Cerularius'der auf Reformirung der römischen Kirche drang, den Priesterneinen Vorwurf daraus, daß sie den Bart abnähmen. Vom 12.biö zum 15. Jahrh, ließen sie den Bart wachsen, und als solchesauch die Laien thaten, befahl Leo X den Priestern und Aebten,den Bart abzuschneiden, welches Gebot bei vielen Geistlichen Un-zufriedenheit und Verzweiflung erregte.

Die Franken trugen vergoldete, mit dreifarbigen Bänderngeschnürte Schuhe, die Schenkel mit Binden kreuzweiS umwickeltund darüber leinene einfarbige, aber mit einem sehr kunstreichen'stickereiartigen Besatz geschmückte Hosen; darüber den,genannten Leibrock, um welchen daS Schwertgehänge geschlungenwar, endlich noch einen weißen oder grünen Mantel, der so ge-schnitten war, daß er vorn und hinten bis auf die Füße, aufden Seilen aber nur bis an's Knie reichte. In der rechten Handtrugen sie einen Stock mit ciselirtem Gold- oder Silberknopf und

») 1,. 1-onx. I, tit. 17 und vu Osnxe.

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