Band 
Fünfter Band.
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saare nach römischer Weise verschneiden. Die Franken tru-gen keinen oder sehr wenig Bart und ließen häufig nur denSchnurrbart wachsen; ihre herabgekämmtcn Haare waren kurzunter den Ohren abgeschnitten; das lange Haar war die Aus-zeichnung der merovingischen Könige, während die Karolinger esrund schnitten. Das erste Bartscheercn gab Anlaß zu einemFeste; ein Pathe wohnte dem Bartscheeren bei, das beschimpfendwar, wenn eS zwangsweise auferlegt worden.

Mit großer Sorgfalt pflegten die Germanen ihre Haare, denndieselben waren die Auszeichnung und der Schmuck der Freien*).Die Vornehmen trugen fie frei über die Schultern herabfallend,puderten fie mit Goldstanb und färbten fie vor der Schlachtseuerroth; der Schwur bei den Haaren war ein heiliger: dieJungfrau schnitt sich aus dem Grabe des Geliebten die Haareab. Jemanden an den Bart zu greifen war eine Beleidigung, dievor den Richter gebracht wurde; einem Knaben ohne Wissen sei-ner Eltern die Haare abzuschneiden, war ein Vergehen, das mit1800 Den. gebüßt wurde. Ein zahlungsunfähiger Schuldner legteden Arm um den Hals seines Gläubigers und reichte ihm eineScheere dar, damit er ihm die Haare abschnitte, wodurch er sichbis zur Tilgung der Schuld als sein Leibeigener bekannte. KaiserConstantin d. Philosoph sandte dem Papste Benedict IIeinige Büschel von den Haaren seiner Söhne Justinian undHeraclius, die, nämlich die Haare, in Rom sehr feierlich em-vsangen wurden. Bald daraus opferte der König der Bulgarendem h. Petrus seine Haare. Laien affiliirten sich irgend einemKloster durch das Geschenk eines Haares; Jemanden Haare vonseinem Haupte senden, hieß diesen seiner völligen Ergebenheitversichern. Das erste Schneiden der Haare geschah unter feierli-chen Riten und Segnungen; zwei Feinde versöhnten sich, indemjeder sich einige Haare abschnitt, die unter einander gemischtwurden; um eine Schenkung feierlich zu bestätigen, wurden einigeHaare auf den Altar niedergelegt. Man schnitt sich gegenseitig

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