Band 
Fünfter Band.
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welche auch in neuerer Zeit die Missionäre in den Sitten undKulturverhältnissen mancher Völker bewirkten und noch bewirkenund die wahrhaft an'S Wunderbare grenzen: wir erinnern nuran die Bewohner der Sandwichinseln/ welche noch vor 1820 inder tiefsten Nacht der Rohheit und eines blutigen Götzendienstesschmachteten und jetzt mit dem Christenthum Gesetze, ein geord-netes VerwaltungS- und RechtSwcsen besitzen, so wie an das Wir-ken der Jesuiten des verflossenen Jahrhunderts in Paraguay*).

Einfluß der Kirche auf Befreiung der niedern Klassen und endliche Abschaffung

der Sklaverei und Gründung eines gesttteien german. Staatslebens.

AlS sodann die Bischöfe Zutritt zu den Volksversammlungenerhielten und diese gewiffermassen leiteten, sorgten ste für Gesetzezur Verhinderung grober Verletzungen der öffentlichen Moralitätund zur möglichsten Sicherung deS innern und äußer» Friedens.Lassen sich auch mitunter dt'ese Gesetze zu Einzelheiten herab, diennS ein Lächeln abnöthigen, oder legen ste eines freien Man-nes unwürdige Strafen auf, so muß man anderseits anerkennen,daß die Priester diese störrigen Wildlinge an ein heilsames Jochgewöhnten und ste den unschätzbaren Werth deS Menschenlebenskennen lehrten. Die religiösen Gemeinschaften trugen vorzugsweisedazu bei, die Schranken der Nationalität hinwegzuräumen, dieBesiegten den Siegern gleichzustellen. Die zu Eigenthümern ge-wordenen Geistlichen hätten nicht mit Einem Schlage die Leibeigen-schaft aufheben können, da man fast noch keinen Begriff von freienAckerbauern hatte. ES hätte dies damals eben so widersinnig er-scheinen müssen, alö wir eS nicht begreifen könnten, wollte Jemandseine fruchttragenden Bäume umhauen. Aber die Lage der Leib-eigenen ward allmälig verbessert, sowohl durch den der Lehre derKirche inhärenten Geist deS Erbarmens und der Menschenliebe,als durch ihre Auffassung der Handarbeit; ste sorgte nämlich da-für, daß deren Lohn niemals unter die Linie deS Gerechten sank.Ueberdem wirkte auch die Kirche in direkter Weise der Letbeigcn-

*) Auch die wunderbaren Wirkungen der Volksmissionen, welche wirgegenwärtig in Deutschland vor Augen haben, dürsten nicht ohne Grundhieher zu beziehen sein. Der Haß, welchen die Atheisten, die Socialisten,überhaupt alle Feinde der Religion und der Ordnung ihnen geschworenhaben, zusammengehalten mit den nicht abznläugneuden Leistungen dieserchristlichen Heroen gerade in den umerwühltesten und verkommensten Ge-genden, berechtigen dazu. D. B.