Band 
Fünfter Band.
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die Spitze der Civilisation, so daß die Geschichte jenes fortan zu-gleich die Geschichte dieser ist.- wir finden nur in ihm noch dieEinheit, welche auö den andern Institutionen und der Politikverschwunden war. DaS Band der Religion ist fortan daö einzige-welches das Abendland mit dem Morgenland verbindet: dieseserkennt den Bischof von Rom als den Gesetzgeber in Glaubens-sachen an, während jenes die Beschlüsse der ökumenischen Con-cilien des Orients annimmt, obgleich von seinen Bischöfen nurwenige sich daran berheiligen *). Indessen bestanden doch zwischendem West- und Ostlande wesentliche Verschiedenheiten; währendder Orient mit seinen unaufhörlichen dogmatischen Untersuchungenein überaus fruchtbarer Boden für Sekten und Ketzereien war,kehrte sich der praktischere Sinn des OccidenteS in den Provin-zialsnnoden vorzugsweise der Kirchenzucht und der Sittenverbeffe-rung zu. Zum Beweise die Thatsache, daß von 54 Synoden,welche während des 6. Jahrhunderts in Gallien gehalten wurden -nur die von Orange und Valenee sich mit der Doctrin beschäf-tigten, um die Semipelagianer zu verdammen.

Die morgenländischen Kaiser, Unter theologischen Streitig-keiten aufgewachsen und selbst zumeist theologische Dilettanten -scheuten sich nicht, ihren Unterthanen einen Gewissenszwang auf-zuerlegen und ihren Ansichten, selbst mit Gewalt, Geltung zuverschaffen; die barbarischen Fürsten dagegen verstanden von die-sen theologischen Spitzfindigkeiten nichts, oder kümmerten sichnicht darum. Einige, wie Theodorich, zeigten sich als duldsam-Andere verfolgten die Arianer oder Katholiken, aber lediglich auspolitischen Gründen. Die griechischen Kaiser behielten gegen dieKirche das Verfahren bei, welches die Staatsgewalt angenommenhatte, als jene bei ihrem Entstehen ihrer Sicherheit wegen sichunter den Schutz des Thrones begeben mußte; sie traten als ihreVormünder auf und maßten sich über ihre Handlungen eingewisses HoheitSrecht an. Justinian'S zwei hauptsächlichste Lei-denschaften waren, Gesetze zu machen und in die religiösen An-

*) An den sechs ersten allgemeinen Kirchmversammlungen berheiligten sich:

Ä- Ä- 325,

zu Nieäa

315 Orientalen,

4 Occidenralen,

„ „ 38 l

„ Constantinopel

149

„

1

,, „ 43 t

„ Ephesos

67

1

„ 451

„ Chalkedon

350

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3

„ „ 553

„ Constantinovel

158

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6 ,,

„ „ 680

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51

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