Band 
Fünfter Band.
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Leben in Enthaltsamkeit und strengen Bußübungen verbrachten.Zwar gab es auch deren, die gemeinsam nach den von Antonius,Macarius,PachomiuS, Hilarion oder Basiliuö gegebenenVorschriften — die Regel des letzten ward die allgemeine — leb-ten, aber stets blieben die Klöster Gemeinschaften von Laien, ohnedie Wichten und Rechte von Klerikern, wenn anders nicht einMitglied des Klerus in das Kloster getreten war. In den abend-ländischen Gegenden kamen zwar Nachahmungen der übertriebenenTugenden der Anachoreten vor, wie z. B. der h. Senoch, wel-cher bei Tours in einer dermaßen engen Zelle, daß er sich nichtbewegen konnte, zur großen Bewunderung des Volkes viele Jahrelebte, die Einsiedler Caluppas in Auvergne, Parroclus beiLangres, Hospitius in der Provence, der Stylite Wulfilaichden die Bischöfe nöthigten, seine Lebensweise zu ändern und dessenSäule zerstört wurde: im Allgemeinen aber befleißigten sich dieabendländischen Mönche weniger der Selbsipeinigung und desschweigsam beschaulichen Lebens, als einer gemeinsamen Thätig-keit. In diesem Sinn ward eine Klosterregel aufgestellt, die inder Folge alle ältern verdrängte und die Begeisterung der Fröm-migkeit, wie den Enthusiasmus der Kasteiung auf ein und das-selbe Ziel hinzulenken wußte.

Der h. Beitecier.

Deren Urheber war Benedicr, geb. um 480 zu Nursia imHerzogthum Spolcto. Von reicher Familie, kam er in früherJugend der Studien halber nach Rom, wo er Freunde der Ver-gangenheit über die hingeschwundene Größe der Stadt und obihrer damaligen Erniedrigung klagen hörte. Voll Abscheu vordem Getümmel einer tief verderbten Welt, floh er als 14jährigerKnabe mit seiner Amme Cyrilla aus Rom, um aus der eins«,men Höhe bei Subiaco (8,ihinenm), wo sich bald ein prächtigesGebäude erheben sollte, nach welchem unzählige Gläubige pilger-ten, von Wundern umgeben und in der Betrachtung der göttlichenDinge tief versunken, den Stachel deS Fleisches heldenmüthig be-kämpfend, bald von den Hirten dieser einsamen Berge verehrtund allmälig auch von manchen Andern, des Trostes, der StärkungBedürftigen bewundert und geliebt zu werden. Die Mönche zuVicovaro wollten ihn zum Vorstände haben; lange weigerte ersich, weil ihm die Aufgabe, dieses sehr gesunkene Kloster zu re->formiren, zu groß schien; als er aber an ihre Spitze trat, war