Band 
Fünfter Band.
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Gehorsam findet/ ist er doch kein Gewaltherrscher/ denn er istdurch die Constitutionen des Klosters / durch die mündlich oderschriftlich aufbewahrten Gewohnheiten gebunden. Diese wurdenzu Rathe gezogen/ sobald fich irgend ein Zweifel erhob/ und wa-ren maßgebend selbst in Geringfügigkeiten/ wie hinsichtlich derZeit zum Bartscheeren und Baden/ der Tage/ wo die Bohnen undandere Gemüse mit Fett geschmelzt/ Oel gebraucht/ Eier/ Früchteund Fische auf den frugalen Tisch gebracht werden durften. Umzu einer solchen Lebensweise zu erziehe»/ wurden die Novizenin Kasteiungen geübt/ und den peinlichen Prüfungen unterworfen/die uns übertrieben/ überflüssig erscheinen können/ aber jedenfallsalle darauf berechnet sind — welchen Zweck zu erreichen nichtszu viel schien — dem Geiste den Sieg über die Materie zu ver-schaffen / und zu jener wahrhaften Freiheit zu gelangen / welchein der Beherrschung der Leidenschaften besteht.

Die wichtigste Neuerung/ welche der heil. Ben edier imMönchswesen einführte/ war die Lebenslänglichkeit der feierlichenGelübde *). Um sie ablegen zu könne«/ mußte darum der Novizegenau kennen lernen/ wozu er fich verpflichten sollte. Demzufolgewar eine Lehr- oder VorbereitungSzeit von einem Jahre festge-setzt/ während deren dem Aspiranten mehreremale die Regel vor-gelesen wurde/ um fich zu vergewissern/ ob er den Willen und dieKraft besitze/ den zu übernehmenden Pflichten zu genügen.

Bei aller Strenge der Disciplin liegt in dieser Regel/ welchenicht nur den Söhnen Bencdicts/ sondern allen Mönchsordenzur Richtschnur diente/ so daß der Heilige als der Gründer deseigentlichen MönchSthumS/ alS solcher aber auch als einer dergrößten Wohlthäter der Menschheit zu betrachten ist — die tiefsteWeisheit/ die größte Menschenkenntniß/ die mildeste und gütigsteGesinnung. Seine Regel ist nur ein Erguß dessen/ was in ihmlebte und in ihm war/ sie ist seine innere Lebensgeschichte; inihr hat er aus seiner eigenen Erfahrung die Wege angegeben,die ew geleitet durch die AuSsprüche der heiligen Schrift und der

*) Seine Ordensregel fordert vom Mönche hauptsächlich t 1) Beharren imOrden (psi-severanlia), L) Unausgesetztes Streben nach Besserung oderVervollkommnung («mnvei-sio) , g) Strengen Gehorsam dem Obern(»beäientia). Die Grundlagen des Klosterlebens sollten sein: Gehorsam.Demuth. Keuschheit, Armuth. Entsagung des eigenen Willens, Arbeit,Aufmerksamkeit auf sich selbst, innerliches Vorwärtsschreiten. D, B.